„Du hast ­gelebt, weil du geliebt hast“

Patrick Lindner: Trauriger Abschied von seiner Mutter

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Patrick Lindner (l.) und Peter Schäfer in tiefer Trauer

München - Es war ein Tag der tiefen Trauer, aber auch der tiefen Dankbarkeit. Am Samstag hat Schlagerstar Patrick Lindner (55) seine Mutter Hedwig Raab († 89) auf ihrem letzten Weg begleitet.

Schmerz grub sich in seine Geschichtszüge – und manchmal schien es, als könne er den Weg ohne seine Stütze, seinen Lebenspartner Peter Schäfer, kaum bewältigen. Über Nacht war der Ostfriedhof mit einer Schneedecke überzuckert worden – die rund 150 Trauergäste und Fans froren. Trotzdem war bei dieser Beerdigung auch viel Wärme zu spüren. Die Herzenswärme, die Hedwig Raab zeitlebens versprüht hatte, und die Pfarrer Rainer Maria Schießler (55) in seiner Trauerrede fühlbar machte.

Rings um den Sarg, den hunderte weißer Rosen schmückten, verströmten herzförmige Gestecke aus duftenden Rosen ihren anmutigen Duft. Eines der Herzen war von Patrick Lindner und seinem Peter – es trug die Aufschrift „Danke für Deine unendliche Liebe“. Die Kinder der beiden, Patrick Lindners Adoptivsohn Daniel sowie Marius, der Sohn von Peter Schäfer verabschiedeten sich ebenfalls mit einem herzförmigen Rosengruß, mit der Inschrift auf ihrer Schleife erinnerten sie an ihre „liebe Omi“. Liebe und Zuwendung: Die ließ Hedwig Raab ihren Liebsten Zeit ihres Lebens im Überfluss angedeihen.

Patrick Lindner: Er hielt bis zuletzt ihre Hand

„Es ist keine Selbstverständlichkeit, so einen Menschen zu haben“, hob Schießler hervor. Er zitierte in seiner Ansprache den in der tz am Donnerstag erschienen Nachruf auf Hedwig Raab: „Besser als es in der Zeitung stand, kann ich es nicht in Worte fassen. Da stand: Für die Mama war jedes Lied das schönste überhaupt und alles irgendwie richtig, was ihr Patrick gemacht hat, objektiv braucht eine Mama ja auch nicht sein – Hauptsache, sie ist da!“ Patrick Lindner liefen die Tränen über die Wangen, und Schießler machte ihm Mut: „Sie durfte alt werden und hat wirklich gelebt, weil sie geliebt hat und geliebt wurde. Lasst jetzt die Trauer zu, aber lasst nicht zu, dass die Traurigkeit des Herzens euch auffrisst.“

In den Augen des Pfarrers war Hedwig Raab eine „Assistentin der Freude“, denn sie habe zu 100 Prozent gelebt, auch weil sie die Gabe besaß, zufrieden sein zu können, auch in Zeiten, in denen das Geld knapp war und die Arbeit hart. Er zitierte Mozarts Lied über die Zufriedenheit: „Was frag ich viel nach Geld und Gut, wenn ich zufrieden bin …“ Nun habe Hedwig Raab zwar ein letztes Mal auf Erden gelacht, Musik gehört und ihrem letzten Glas Wein wird keines mehr folgen – „aber jetzt gleitet sie hinüber dorthin, wo die Engel singen“.

Die Musik für die Trauerfeier stellt Benjamin Köthe mit seiner Lebensgefährtin Sigrid Müller zusammen – er ist ein musikalischer Wegbegleiter aus früheren Tagen. Sie wählten ein Lied von Franz Schubert aus, mit den traurigen Worten „Wo ein treues Herz in Liebe vergeht“ zum Beginn. Die deutsch-britische Schlagersängerin Ireen Sheer (66) hatte Tränen in den Augen, erinnerte sie der trauernde Patrick doch auch an den Abschied von ihrer eigenen Mutter Erika. „Meine Mutter war auch immer für mich da und hat mich mein Leben lang unterstützt. Ich kann die Trauer von Patrick nachfühlen.“ Sheer kannte Hedwig ­Raab 25 Jahre lang, das letzte Mal traf sie sie vor eineinhalb Jahren bei Kaffee und Kuchen in der Wohnung von Lindner und Schäfer. „Man merkte ihr da schon an, dass sie geschwächt war“, sagt Sheer, die seit Jahrzehnten eng mit Lindner befreundet ist.

Auch Christa, die Witwe des Schauspielers Hans Clarin, war tief bewegt. „Ich erinnere mich sehr gerne an Hedi. Sie war ein besonders lieber Mensch. Es war ein Geschenk, dass ich viel Zeit mit ihr verbringen durfte“, sagte sie. Mit Kränzen bedankten sich zudem unter anderen Regine Sixt. Das Gut Aiderbichl schickte einen Dankesgruß „im Namen der Tiere“, die Komponistenwitwe Ingrid Kreuder schenkte ein Rosenherz.

Susanne Sasse

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