Grenzwerte überschritten

Staatsanwalt bei Paulaner: Zu viel Alk im "bleifreien" Weißbier

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Die alte Paulaner-Produktionsstätte in der Hochstraße.

München - Stark. Stärker. Paulaner! Bei der Münchner Traditionsbrauerei war das alkoholfreie Weißbier in diesem Fall gehaltvoller, als man denkt!

Am Donnerstag bekamen die Braustätten in der Hochstraße (Au) und in Langwied unangekündigten Besuch. Grund: Im alkoholfreien Weißbier sei zu viel Alkohol. Was ist dran?

Um diese Biersorte geht es.

Die tz hat nachgefragt. „Es stimmt, jemand hat einen Fehler gemacht“, bestätigte Paulaner-Sprecherin Birgit Zacher. Am Donnerstag wurden Staatsanwaltschaft und Lebensmittelbehörden bei der Brauerei vorstellig. Tatsächlich: Eine untersuchte Produktionsmenge weist zu viel Alkoholgehalt im eigentlich bleifreien Weißbier auf. Statt 0,5 Prozent sind es in diesem Fall 0,8 Prozent. Betroffen sind alle Flaschen mit den Losnummern L35255 und L35655 – das meiste davon wurde wohl schon getrunken.

Wie es zu dem Verstoß kommen konnte, ist unklar – ebenso ist nicht bekannt, warum die Behörden aufmerksam wurden.

Fakt ist: In jedem „alkoholfreien“ Bier steckt in Wirklichkeit ein minimaler Alkoholanteil. Zacher: „Das Problem ist, dass wir auf unseren Flaschen angeben, dass das Bier nicht mehr als 0,5 Prozent Alkohol enthält. Andere Brauereien machen das zum Beispiel gar nicht. Auch deren Werte sind oft deutlich zu hoch.“

Eine Untersuchung von 70 alkoholfreien Bieren aus dem Jahr 2007 zeigte tatsächlich, dass 20 Sorten mehr als 0,5 Prozent Alkohol enthielten. Hätten Sie es gewusst? Auch Traubensaft kann bis zu 1,2 Prozent Alkohol enthalten …

Übrigens, keine Sorge: Wer an einem Abend ausschließlich alkoholfreies Bier trinkt, darf auch weiterhin hinters Steuer. Na dann: Prost, und gute Fahrt!

Johannes Heininger

Johannes Heininger

Johannes Heininger

E-Mail:Johannes.Heininger@tz.de

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