Erste Mahnwache am Marienplatz

Pegida in München: Polizei wehrt sich gegen Gewaltvorwürfe 

Hitzige Atmosphäre: Den Pegida-Marsch durch die Innenstadt wollten Gegendemonstranten verhindern. Foto: Klaus Haag

München - Nach der Demonstration von Pegida, sowie der Gegen-Demo von "München ist bunt" am Montag dementiert die Münchner Polizei Gewaltvorwürfe. Am Dienstag fand indessen die erste Mahnwache von Pegida statt.  

Neutral – die Polizei verweist oft auf dieses Adjektiv, wenn es um ihren Einsatz bei den Pegida-Demos geht. Die Beamten müssten Neutralität wahren und das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit schützen.

Am Montagabend wurde die Neutralität der Münchner Polizei einmal mehr auf den Prüfstand gestellt, als gut 100 Personen den Demonstrationszug von Pegida mit einer Sitzblockade aufhalten wollten. Die Polizei leitete daher den Pegida-Marsch kurzfristig um. Die zunächst blockierenden Gegendemonstranten wollten daraufhin in Richtung Pegida-Demo stürmen. Beamte drängten sie zurück, es kam zu chaotischen Szenen.

Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins dementierte indes, dass die Polizei Schlagstöcke eingesetzt habe. Zeugen berichteten jedoch von Übergriffen der Polizei, der immer wieder vorgeworfen wird, dass sie mit zweierlei Maß misst und zu hart gegen linke Aktivitsten vorgeht. Faktum ist, dass am Ende drei der 500 eingesetzten Beamten und mehrere der etwa 600 Gegendemonstranten leicht verletzt wurden. Dass das Vorgehen der Beamten sowohl von linken als auch rechten Demonstranten instrumentalisiert werde, gefällt Martins gar nicht: „Eine Blockade ist de facto eine Störung der Versammlung.“

Lesen Sie hier: Pegida-Demo: So anstrengend war der Abend für die Polizei

Das Verhalten der Rechtspopulisten bezeichnete Martins als zunehmend provokanter und aggressiver. Unter den etwa 400 Teilnehmern der Pegida-Demo befanden sich auch 25 Neonazis. Es wurden fünf Demonstranten festgenommen, zwei aus dem rechten, drei aus dem linken Spektrum. Das Fazit des Polizeisprechers: „Es hätte schlimmer kommen können. Aber es ist auch nicht so friedlich gewesen, wie wir es uns gewünscht hätten.“

Lesen Sie hier: Pegida in München - Der Abend im Live-Ticker

Erste Mahnwache am Dienstag

Am Dienstag hat Pegida erstmals eine Mahnwache am Marienplatz abgehalten. Laut Polizei waren bis zum späten Nachmittag etwa 35 Teilnehmer zu verzeichnen, darunter Neonazi-Stadtrat Karl Richter und der Münchner Pegida-Chefaktivist Heinz Meyer, gegen den der Generalbundesanwalt wegen des Verdachts auf Bildung einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Es kam zu hitzigen Diskussionen zwischen Pegidisten, Gegendemonstranten sowie Passanten.  

Klaus Vick, Stefanie Wegele

Stefanie Wegele

Stefanie Wegele

E-Mail:stefanie.wegele@merkur.de

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