Runder Tisch geplant

Pflege: Bayernpartei schießt gegen die CSU

Eva Caim,Stadträtin der Bayernpartei,kritisiert die CSU. kh

München - In München besteht ein großer Mangel an Pflegekräften in Krankenhäusern, der sich aus Sicht der Rathaus-CSU zu einem „regelrechten Pflegenotstand“ ausweiten könnte.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fordert die Partei, einen „Runden Tisch für Pflege an Münchner Krankenhäusern“ einzurichten. Die Bayernpartei spricht von einem „Armutszeugnis“.

Über 10.000 Menschen arbeiten in Münchner Krankenhäusern als Pfleger und Hebammen – viel zu wenig angesichts des steigenden Bedarfs. Darin ist sich die Politik einig. Auch Hebammen sind nicht in ausreichender Zahl zu finden. Anfang 2015 war laut Auskünften der Münchner Kliniken jede siebte Planstelle für Hebammen unbesetzt.

Die CSU hält einen Runden Tisch für ein geeignetes Instrument, um dem Pflegenotstand entgegenzuwirken. Platz nehmen sollen daran die Pflegedirektoren und Pflegedienstleitungen aller Münchner Krankenhäuser. Auch Berufsfachschulen für Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Hebammen sollen eingebunden werden. Bislang gibt es keine Erhebungen zur Situation in der Pflege und Geburtshilfe in München. Der Runde Tisch soll zunächst einmal die erforderlichen Daten erfassen und auf dieser Grundlage ein Handlungskonzept erstellen. Eine der ersten Maßnahmen könnte sein, die Anerkennungsverfahren der Ausbildung für Pflegekräfte aus dem Ausland zu beschleunigen.

Die frühere CSU-Stadträtin Eva Caim, heute Bayernpartei, übt massive Kritik an dem Runden Tisch. „In der vorgeschlagenen Weise kann man dieses neue Gremium nur als beschämend bezeichnen.“ Die ureigenste Aufgabe einer Klinikleitung solle an die Politik abgeschoben werden. Fraktionschef Johann Altmann schießt gegen CSU-Stadtrat Hans Theiss. „Wir fragen uns, wo die wirklichen Interessen des Initiators des Runden Tisches, Prof. Theiss, liegen – in seiner doppelten Funktion als Stadtrat und Beschäftigter der Münchner Uniklinik?“

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