Physiker vor Gericht

Brachte er Bosch um 1,8 Millionen?

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Ingenieur Dr. Udo H. (57) vor dem Landgericht.

München/Ottobrunn - Er soll Bosch um fast 1,8 Millionen Euro betrogen haben. Nun steht der Physiker Udo H. vor Gericht.

Da hat sich der Feuer-Experte sauber die Finger verbrannt! Physiker Dr. Udo H. (57) war 17 Jahre lang Ingenieur bei Bosch in Ottobrunn. Zusammen mit seinem Komplizen Muzaffer S., dem Geschäftsführer einer türkischen Firma, soll er seinen Arbeitgeber um fast 1,8 Millionen Euro betrogen haben. Seit Donnerstag stehen beide wegen Untreue vor dem Landgericht.

Dr. Udo H. war Leiter der Produktgruppe Feuer. Bei Bosch testete er Erzeugnisse durch Versuche in Brandlabors. Als Chef der Abteilung hatte er auch die Verantwortung über das Budget – für ihn offenbar ein Freibrief, um sich über krumme Geschäfte die eigene Kasse aufzubessern. Dafür brauchte er Muzaffer S. Der Türke belieferte das Brandlabor mit Holzleisten, die für die Ausstattung eines Versuchszimmers notwendig waren. Doch anstatt solcher Holzleisten soll sich Udo H. Möbel im Wert von 80.000 Euro anfertigen haben lassen.

Angeklagte: Verhalten „nicht mehr nachvollziehbar“

Viel schwerer wiegen weitere deutlich überhöhte Abrechnungen, die den Dienstleister fast 1,8 Millionen Euro kosteten. Die beiden Angeklagten sagten, dass ihnen ihr Verhalten heute „nicht mehr nachvollziehbar“ erscheine.

Doch Udo H. und Muzaffer S. könnten am Ende glimpflich davonkommen. Das Gericht stellte ihnen in Aussicht, im Falle eines umfassenden Geständnisses lediglich Bewährungsstrafen von bis zu zwei Jahren zu verhängen. Weitere Voraussetzung des Deals: Die mutmaßlichen Betrüger müssen den Schaden wiedergutmachen. Und das sind immerhin fast 1,8 Millionen Euro.

Das ergaunerte Geld soll Dr. Udo H. auf einem geheimen Konto in Österreich gebunkert haben. Dort sollen 1,5 Millionen Euro und eine weitere halbe Million in Wertpapieren schlummern. Das Urteil wird für nächsten Donnerstag erwartet. 

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