Zwei Farben – eine Einheit

Bundes- und Landespolizisten gemeinsam an Bahnhöfen

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Die gemischte Streife soll an den Münchner Bahnhöfen für noch mehr Sicherheit sorgen.

München - An Münchens Bahnhöfen treffen Kulturen und soziale Schichten aufeinander. Dieser Mix bringt nicht nur Vielfalt, an den neuralgischen Punkten des öffentlichen Nahverkehrs steigt auch das Aggressionspotenzial. Dem wollen Bundes- und Landespolizei nun entgegenwirken.

Mit einer gemeinsamen Streife zeigen die Beamten künftig mehr Präsenz. Die Koordinierungsgruppe Körperverletzung (KoKv) soll auch die Zuständigkeitsbereiche verschmelzen lassen. Innenminister Joachim Herrmann (59, CSU): „Jeder Zwischenfall ist einer zu viel. 2015 gab es zwar weniger Körperverletzungsdelikte, die Zahl der registrierten Fälle war mit 1790 aber immer noch hoch.“

Die Testphase für eine gemischte Streife aus je einem Bundes- und Landespolizisten läuft seit September 2015. Gestern wurde die Zusammenarbeit mit den Unterschriften der beiden Polizeipräsidenten Hubert Steiger (Bundespolizei) und Hubertus Andrä (Polizeipräsidium München) offiziell gemacht.

„Sicherheit wird im ÖPNV immer Priorität haben. Unsere Fahrgäste fühlen sich sicher, wir wollen die Präsenz trotzdem erhöhen“, erklärt Andrä. Steiger fügt an: „ Wir sprechen hier vom größten S-Bahnnetz Deutschlands mit 210 Bahnhöfen, 440 Streckenkilometern und täglich über 750 000 Reisenden.“ Alleine am Hauptbahnhof arbeiten rund 2000 Menschen. Laut Steiger seien Geschäftsleute immer mehr über die dortigen Zustände besorgt. „Wir wollen den Leuten ein sicheres Gefühl geben.“

Normalerweise hat die Bundespolizei in den Bahnhöfen sas Sagen. Alles was außerhalb passiert, kümmert dagegen die Landespolizei. Weiterer Vorteil der KoKv: Die Zuständigkeitsbereiche fallen zusammen: Heißt: Bei Zwischenfällen – egal ob im oder vor dem Bahnhof – ist immer ein zuständiger Beamter dabei. Dadurch lassen sich Straftaten schneller aufklären. Ein gemeinsamer Antrag der Behörden bei der Staatsanwaltschaft kann einen mehrfach auffällig gewordenen Schläger so schneller hinter Gittern bringen.

Wie gut die Zusammenarbeit funktioniert, zeigte sich am Freitag, als es am Giesinger Bahnhof zu einer Auseinandersetzung zwischen Fans des TSV 1860 München und Anhängern des FC Bayern kam.

Johannes Heininger

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