Polizei gegen Werbung: Ärger ums Oly-Papperl

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Erst am Mittwoch stellte Innenminister Joachim Herrmann die Olympia-Aufkleber für Bayerns Polizeiautos vor

München - Auf 1400 Polizeiautos soll ein Olympia-Papperl als fahrende Werbung für die Winterspiele 2018 in München geklebt werden. Jetzt wehren sich jetzt die Polizeigewerkschaften.

Herzig sieht es aus. Und gleichzeitig auch wie ein Ballon. Ganz nett. Von was wir reden? Von dem brandneuen Olympia-2018-Aufkleber, den Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) vorstellte. Auf 1400 Polizeiautos soll das Papperl geklebt werden – als fahrende Werbung für die Winterspiele sozusagen. Und genau dagegen wehren sich jetzt die Polizeigewerkschaften. Ihre Forderung: „Diese Kommerzwerbung muss runter von unseren Polizeiwagen!“

Der Ärger um die Papperl ist groß: „Wir sind einfach gegen jede kommerzielle Werbung auf unseren Einsatzwagen“, schimpft beispielsweise Jürgen Ascherl, Gewerkschaftschef der Deutschen Polizei-Gewerkschaft (DPolG) in München. „Und Olympia ist nichts anderes als eine Kommerzveranstaltung.“ Seit Jahrzehnten zeichne sich die Polizei hierzulande durch ihre Neutralität aus – genau diese sei nun gefährdet. Ascherl: „Wir werden hier als Werbeträger instrumentalisiert, und dann noch für etwas, das bei der Bevölkerung mehr als umstritten ist.“ Sei ja nicht jeder begeistert von der Idee der Olympischen Spiele 2018 in München. „Und wo zieht man jetzt die Grenze? Machen wir bald auch Werbung fürs städtische Schwimmbad?“

Die Aktion ist zweifelsohne eine neue Art Botschaften auf Polizeiwagen zu platzieren. Bisher handelte es sich meist um Warnungen wie „Kein Alkohol am Steuer“ oder andere sinnvolle Hinweise. Jetzt kommt also die erste echte Werbung. Eine Tatsache, die auch Carsten Lindemann, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sauer aufstößt: „Wir als Polizei haben als neu­trale Einrichtung ein hohes Ansehen bei der Bevölkerung. Da schaden uns diese Aufkleber, weil Olympia ja ein umstrittenes Thema ist. Es gibt auch viele Polizisten, die gegen diese Veranstaltung sind.“ Genau die müssen nun mit den Papperln auf Verbrecherjagd gehen.

Im Ministerium sieht man die Sache anders. Schon bei der Einführung der Aufkleber sagte Minister Herrmann, dass man hier nur seine Unterstützung für ein „ganz großes Ereignis“ zeigen wolle.

Armin Geier

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