Kritik an Informationspolitik

Polizei München wehrt sich gegen Facebook-Kommentare

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Die Münchner Polizeibeamten erklären auf Facebook ihre Berichterstattung.

München - Der Polizei wird in letzter Zeit immer öfter vorgeworfen, nicht wahrheitsgetreu und transparent zu informieren. Die Polizei München hat sich dazu auf Facebook geäußert.

Gerade in sozialen Netzwerken wie Facebook, in denen der Draht zum Empfänger kurz ist, beschweren sich Nutzer immer öfter über fehlende Transparenz, angebliche Lügen und vermeintliche Geheimniskrämerei. So auch auf der Facebook-Seite des Polizeipräsidiums München.

In Kommentaren wird die Polizei aufgefordert, die Wahrheit zu erzählen und Informationen zu veröffentlichen. Und das meist nicht auf sonderlich nette Art und Weise. Jetzt wehrt sich die Münchner Polizei gegen diese Kommentare und schilderte ihre Sicht der Dinge. Dafür wiederum ernten die Beamten im Netz durchaus auch Lob und Anerkennung.

"Die Polizei verschweigt, warum heute Nacht ein Heli unterwegs war", oder „Die schreiben nur was sie wollen“ - mit Kommentaren wie diesen werden die Beamten im sozialen Netzwerk konfrontiert. In ihrem Antwort-Beitrag darauf schreiben die Polizisten, dass folgender Post auch möglich wäre: "Soeben Großaufgebot von USK und SEK in der XY-Straße. Der Wohnungsinhaber steht mit einem Messer am Fenster und will sich umbringen! Bitte haltet Euch aber vom Einsatzort fern.“ Der ironische Unterton ist nicht zu überlesen. "Wollt ihr das wirklich?", schreibt die Münchner Polizei.

Jeden Tag bearbeitet die Polizei im Stadtgebiet und im Landkreis München rund 1000 Einsätze - von der zugeparkten Einfahrt bis zum Tötungsdelikt kann alles dabei sein. Über ihre Arbeit berichten die Beamten auch via Facebook und Twitter. "Wir machen das neutral, unabhängig von Herkunft und Nationalität der Beteiligten, aber auch ausdrücklich ohne Hysterie oder Angst vor der Kritik in der Kommentarfunktion", erklärt sie.

In den meisten Fällen seien die Berichte aktuell. Das es gar keine Meldung gebe, sei nur selten der Fall. Einschränkungen gibt es aber trotzdem. Aber ist das Vertuschung? "Liebe Verschwörungstheoretiker – nein", heißt es von polizeilicher Seite. Dass oft nicht alle Angaben in den Berichten enthalten sind, habe andere Gründe.

Der Datenschutz spielt bei Veröffentlichungen eine wichtige Rolle

Alle Veröffentlichungen muss die Polizei unter dem Aspekt der Strafverfolgung und späteren juristischen Bewertung sehen. "Das bedeutet, dass die Staatsanwaltschaft eng mit uns kooperiert und wir uns im Einzelfall mit der Justiz absprechen", erklären die Polizisten. Daneben spielen aber auch der Datenschutz und der Stand der Ermittlungen eine wichtige Rolle beim Zeitpunkt einer Veröffentlichung. „… bei dem Täter handelt es sich um einen 13-jährigen Schüler aus der A-Straße. Er besucht derzeit die B-Schule und spielt im C-Club Fußball. Aber bitte behaltet das für Euch und sprecht ihn oder seine Familie nicht darauf an!“ Posts dieser Art kann die Polizei nicht veröffentlichen. 

Mit ihrem ehrlichen Beitrag stößt die Polizei bei vielen Lesern auf Zustimmung. Von "Genau auf den Punkt getroffen! Weiter so", bis "Danke für diese klaren Worte" ist unter den Kommentaren viel Lob zu finden. Doch einige Nutzer sind mit den Beamten nicht einer Meinung, was die Art der Berichterstattung angeht. "Bemerkenswert, da wird umständlich versucht klar zu machen, dass es keine Zensur gibt, und dann wird aber klar geschrieben, dass es doch so was ähnliches gibt, mit Verweis auf die Strafverfolgung...", schreibt Bruno R. Doch mit dieser Meinung ist der Nutzer unter den Kommentarschreibern eher ein Einzelfall. 

" Was war gestern in der xy Straße los, SEK Einsatz und hier wird nichts berichtet!!!!""Die Polizei verschweigt, warum...

Posted by Polizei München on Dienstag, 15. März 2016

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