Zwei besonders miese Maschen

Polizei warnt: Neue Tricks der Internet-Betrüger

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Cem Karakaya (32) kennt alle bösen Internet-Tricks.

München - Bequemlichkeit, Leichtsinn, Gutgläubigkeit - diese Schwächen ihrer Opfer nutzen fiese Cyber-Banditen derzeit mal wieder auf besonders perfide Art und Weise aus. Dabei nutzen sie diese beiden bösen Tricks:

Die Anrufe der Betrogenen bei der Münchner Polizei häufen sich in letzter Zeit. Und Cem Karakaya (32), Sachbearbeiter im Kommissariat K105 für Prävention, leidet mit jedem einzelnen Opfer – speziell wenn es sich wie so oft um ältere Mitbürger handelt. Donnerstag warnte er vor gleich vor zwei bitterbösen Tricks, mit denen Internet-Benutzer zur Zeit sehr geschickt hereingelegt werden:

Fall 1

Falsche Microsoft- oder Apple-Mitarbeiter rufen aus heiterem Himmel an und erschrecken Ahnungslose mit der Eröffnung, der heimische PC sei von gefährlichen Viren befallen. Selbstverständlich haben diese angeblichen Fachleute, die übrigens oft Deutsch mit indischem Akzent sprechen, auch gleich eine Lösung zur Hand: Sie bieten eine Fernwartungs-Software an, die sogleich installiert werden kann.

Wer sich darauf einlässt, gewährt den Betrügern Zugriff auf sämtliche persönliche Daten. Am Ende der angeblich gelungenen Rettungsaktion bitten die Täter um ein eher geringes Beratungs-Entgelt von meist 20 US-Dollar – per Überweisung, Kreditkarte oder auch Moneytransfer. Und dann passiert’s: „Heimlich hängen die Täter während des Zahlprozesses noch eine Null an. Das merken die Opfer gar nicht. In einigen Fällen wurde der Bildschirm plötzlich schwarz und die ganze Prozedur begann von vorne mit einem zweiten Betrug,“ so Cem Karakaya. 28 solcher Fälle wurden allein in München im Februar bekannt. Die Cyber-Experten empfehlen: Beenden Sie solche Gespräche sofort. Geben Sie niemals (!) am Telefon Daten preis. Ist es bereits passiert, müssen Sie sofort Zugangsdaten und Passwörter speziell fürs Online-Banking ändern. Zeigen Sie vollendete Betrugsfälle immer (!) an. Das K105 berät (auch anonym) unter Telefon 089/29 10-34 34.

Fall 2

Dieser Trick funktioniert so gut, weil viele Internet-User zur Bequemlichkeit neigen. Hier geht es um Identitäts-Diebstahl von Internet-Konten bei Ebay, Amazon, Paypal & Co. Kunden bekommen eine gefälschte Verifizierungs-SMS, um angeblich gefährdete Daten zu retten. Wer der Einfachheit halber gleich diesen SMS-Link nutzt, gehört schon der Katz’. Betrüger haben jetzt Ihre Zugangsdaten und können mit Ihrem guten Namen miese Geschäfte machen. Wer das zu spät merkt, hat bald einen Riesenärger mit der Polizei und gerät auch in Beweisnot. Cem Karakaya rät daher: Kontodaten nur auf Original-Seiten der Anbieter ändern.

dop

Dorita Plange

Dorita Plange

E-Mail:Dorita.Plange@tz.de

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