Giesinger Sprayer (17) festgenommen

1860-Fan verätzt U-Bahn-Scheiben mit Säure

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Eine der beschmierten U-Bahn-Fensterscheiben.

München - Mehrmals wurde in den vergangenen Wochen hochgiftige und ätzende Flusssäure in Münchner U-Bahn-Zügen angebracht. Die Polizei warnt Pendler nun vor der Substanz.

Mit Lobpreisungen des TSV 1860 München und Schmähungen des FC Bayern hat ein 17-jähriger Giesinger mehrere Fensterscheiben in Zügen der U-Bahn-Linien 1 und 7 beschmiert. Weil es laut Polizei so aussah, als sei für die Schriftzüge ätzende Flusssäure verwendet worden, wurden die Züge sofort aus dem Verkehr gezogen. Die Feuerwehr untersuchte das mit Graffiti beschmierte Glas und stellte fest, dass die ätzende Flusssäure offensichtlich mit einem präparierten Stift aufgetragen aufgetragen worden ist. Die Konzentration der Säure war laut Polizei so gering, dass davon keine Gefahr für die Fahrgäste ausging.

Hochkonzentriert ist Flusssäure sehr gefährlich. Die farblose, stechend riechende Flüssigkeit greift Glas stark an und sorgt somit dafür, dass Graffiti auf Scheiben dauerhaft bleiben. Für Menschen kann die wässrige Lösung extrem gefährlich werden. Sie wirkt ätzend auf die Haut, die Schleimhäute und die Bindehaut der Augen. Im schlimmsten Fall müssen Körperteile, die mit der Säure in Berührung kamen, amputiert werden.

Die ersten Schmierereien an U-Bahn-Fenstern waren am 16. und 20. Oktober aufgefallen. Im Laufe der Ermittlungen wurden am 23. und 25. Oktober zwei weitere Graffiti mit Flusssäure in U-Bahnzügen entdeckt. Durch Videoaufnahmen aus der Überwachungskamera konnten Beamte die Sachbeschädigungen schnell einem 17-jährigen, polizeibekannten Schüler zuordnen. Er war bereits des öfteren als Graffiti-Sprayer in Erscheinung getreten. Der junge Mann legte ein Geständnis ab. Insgesamt entstand an sechs Scheiben ein Schaden von ungefähr 5000 Euro.

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Polizei warnt vor Flusssäure

Die Polizei warnt Pendler in München nun vor weiteren Schmierereien mit Flusssäure. Damit ist keinesfalls zu spaßen! Vor einigen Wochen wurden durch die Substanz ein Beamter der Bundespolizei in Hamburg sowie mehrere Reisende in einem U-Bahnzug verletzt. Auf keinen Fall sollte man Schmierereien mit ungeschützten Händen anfassen! Flusssäure ist hochgiftig und wirkt stark ätzend. Zudem können die Dämpfe die Atemwege schädigen.

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