Tierschützer schlugen Alarm

Ponyreiten bleibt erlaubt

München - Verbot fürs Ponyreiten auf Wiesn und Auer Dult? Die Rathaus-SPD hatte das Ende vergangenen Jahres beantragt. Am Dienstag hat der Wirtschaftsausschuss entschieden.

Update vom 8. März 2016: Ponyreiten auf der Wiesn und der Auer Dult bleibt erlaubt. Für den Antrag der SPD, die Betriebe zu verbieten, fand sich gestern im Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft keine Mehrheit. Zum ersten Mal überhaupt scheiterte ein Antrag wegen eines Patts in der Abstimmung. SPD und Grüne hatten sich für den Verbotsantrag ausgesprochen. CSU und die übrige Opposition stimmten dagegen. 10:10 Stimmen bedeuten: Alles bleibt unverändert.

Verbot fürs Ponyreiten auf Wiesn und Auer Dult! Die Rathaus-SPD hatte das Ende vergangenen Jahres beantragt. Am Dienstag entscheidet der Wirtschaftsausschuss. Die Verwaltung lehnt das Verbot ab. Die SPD jedoch bleibt dabei. Die CSU will eine Studie abwarten. Möglich ist, dass die SPD den Antrag mit den Stimmen der Opposition durchbringt.

In der Beschlussvorlage heißt es, das Ponyreiten auf Dult und Wiesn werde vom Veterinäramt regelmäßig kontrolliert. Gesundheitliche Schäden bei den Tieren seien nicht festzustellen. Alle Vorgaben werden von den Betreibern erfüllt. Ein Verbot des Ponyreitens käme einem Berufsverbot für die Betreiber gleich. Die Anzahl der Pony-Betriebe gehe ohnehin stetig zurück.

Die SPD beharrt auf ihrem Antrag. Die Fraktion sei allerdings bereit, den Betreibern von Ponykarussells eine Übergangsfrist bis Ende 2017 einzuräumen. Die CSU will beantragen, dass ein Gutachten der LMU zum Thema abgewartet werden soll. „Auf dessen Basis werden wir dann entscheiden können“, sagt Stadtrat Manuel Pretzl. Das Gutachten soll untersuchen, inwiefern der Gesundheitszustand der Tiere in Schaustellerbetrieben tatsächlich beeinträchtigt wird.

Käme es zu einem Pony-Verbot, befürchtet die Stadt Folgen für den Tierpark, die Lohnkutscherei im Englischen Garten, die Brauereigespanne bei der Wiesn und Apassionata. Der Stadtrat hatte zuletzt einstimmig für eine Zwischennutzung der Pferdeshow in Freimann gestimmt. Auch da sind die Pferde lauter Musik und Lichteffekten ausgesetzt.

Tierschützer jedenfalls schlagen seit einer Weile Alarm! Animals United fordert das Verbot. Mitarbeiter der Organisation hatten immer wieder das Ponyreiten beobachtet. Der Vorwurf: Es sei gesundheitsgefährdend, die Tiere bekämen nicht genug Futter und Wasser, außerdem sei die Musik zu laut, was die Tiere psychisch belaste.

J. Menrad/S. Karowski

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild )

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