Siebenmaliger Mordversuch

Mordprozess: Klinik-Ärztin belastet Hebamme Regina K. schwer

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Steht wegen versuchten Mordes vor Gericht: Hebamme Regina K. soll mehrere Morde geplant haben.

München - Im Prozess gegen eine Hebamme sagt vor Gericht die Klinik-Ärztin aus und belastet die Angeklagte schwer. Die Frau soll sehr rabiat mit Patientinnen umgesprungen sein.

Sie schreibt eifrig mit. Schaut schüchtern zum Richter. Dann geht ihr Blick wieder ins Leere, als würde sie träumen. Wie eine Schülerin sitzt Regina K. auf der Anklagebank des Landgerichts. Dort sagte am Donnerstag ihre frühere Chefin gegen sie aus - und warf ein düsteres Licht auf die Hebamme, die sieben Mal versucht haben soll, schwangere Frauen mit Blutverdünner zu ermorden.

"Ihren 30. Geburtstag feierte sie alleine im Wellnesshotel. Das hatte uns bestürzt. Zum Mitarbeiterfest, als alle mit Partner kamen, brachte sie ihre Eltern mit", sagt Oberärztin Ellen G., die mit Regina K. im Klinikum Bad Soden gearbeitet hatte. Sie erlebte die Hebamme als "fachlich sehr korrekt", aber als schwierige Person. "Oh nein, nicht schon wieder Dienst mit Regina", sollen sich Kollegen beschwert haben, weil Regina K. komplizierte Geburten minutiös nacherzählte.

Die Entbindungsstation.

Probleme gab es auch bei der Behandlung. "Ich hatte den Eindruck, dass die Patientinnen bei ihr mehr Schmerzen hatten als bei anderen Kollegen", so die Oberärztin. Bei Untersuchungen sei Regina K. rabiat vorgegangen. "Als ich am Kreißsaal vorbeiging, hörte ich eine Patientin laut schreien", erinnert sich Ellen G. "Ich wunderte mich, weil die Entbindung ja schon gelaufen war."

Hebamme soll Schwangere angeschrien haben

Im Stress soll die Hebamme schwangere Frauen auch angeschrien haben. Als die Probleme sich türmten, bat sie Ellen G. zum Mitarbeitergespräch. "Wir hatten das alles thematisiert."

Dann aber geschieht das Unfassbare. Als ein Arzt eine Patientin untersucht, findet er einen Handschuh mit einer Tablette darin - es ist Blutverdünner. Und für Frauen nach der Geburt potenziell tödlich! "Es war klar, dass nur Regina zuvor bei der Patientin war", sagt Ellen G. Nach Rücksprache mit ihrem Chefarzt suspendiert sie Regina K.

"Wir baten sie zum Gespräch, aber sie stritt alles ab. Wörtlich sagte sie zu den Vorwürfen: 'Dann wäre ich ja der Todesengel vom Kreißsaal.'" Erst später werden noch zwei weitere Fälle bekannt. Vier mutmaßliche Mordversuche gab es laut Anklage auch im Klinikum Großhadern. Die Tat streitet Regina K. weiter ab. Die Beweislast gegen sie wird aber immer schwerer.

Andreas Thieme

Andreas Thieme

Andreas Thieme

E-Mail:Andreas.Thieme@tz.de

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