Prozessauftakt in München

Lieferte er die Waffen für den Terror in Paris?

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In Handschellen wird Vlatko V. (51) in den Gerichtssaal geführt. Ihm droht jahrelange Haft.

München - In München hat am Freitag der Prozess gegen einen mutmaßlichen Waffenlieferanten begonnen. Er soll den Terror in Paris befeuert haben.

Am Tag danach blieben nur die Tränen. Und die ganze Welt weinte mit Paris…Bei einem Attentat starben dort 130 Menschen, 352 wurden verletzt. Der 13. November 2015 ging als einer der dunkelsten Momente in die Geschichte von Europa ein. Denn an diesem Abend hatten Terroristen im Konzerthaus Bataclan gezielt in die Menschenmenge gefeuert – und mit beispielloser Brutalität getötet.

Die Spur der Täter führte nach Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft bis in den Landkreis Rosenheim. Dort hatte die Autobahnpolizei bereits eine Woche vor dem Terrorakt am 5. November ein verdächtiges Auto gestoppt – und wohl etliche Leben gerettet.

Denn Vlatko V. (51), der Fahrer, hatte ein ganzes Waffenarsenal in seinem Golf geladen. Mit Handgranaten, Sprengstoff, Sturmgewehren und halbautomatischen Pistolen sowie hunderten Schuss Muntion war er auf dem Weg in die französische Hauptstadt gewesen.

Angeklagter schweigt zu Terror-Vorwürfen

Im Auftrag des Terrors? Dazu schwieg Vlatko V. gestern vor dem Oberlandesgericht, wo ihm der Prozess gemacht wird. Die Staatsanwaltschaft hat V. wegen Beihilfe zu einer schweren staatsgefährdenden Stratat angeklagt. Außerdem muss er sich wegen der Einfuhr von Kriegswaffen und unerlaubtem Waffenbesitz verantworten.

Laut Anklage sollte Vlatko V. 2000 Euro für den Waffen-transport kassieren. „Mein Mandant wusste, dass in seinem Auto Waffen und Munition geladen waren. Er wusste aber nicht, wofür diese dienen sollten“, erklärte Verteidiger Markus Frank. Angaben machte Vlatko V. anonsten nur über seine Lebensgeschichte: kein Schulabschluss, Saisonarbeit im Weinbau, dann Ziegenhirte, dann wieder Weinbau. Der Lohn: zwei Euro pro Stunde. „Aber ich musste zwanzig Stunden am Tag schuften.“ Vlatko V. schluckt schwer. „Im Monat hatte ich nur 815 Euro.“

Spricht so ein Terrorist? Oder ein bedürftiger Mann, vielleicht ein naiver? Das Navi hatte ihn überführt: Dort war bereits eine Pariser Adresse programmiert. Zur Anklage führten auch die Nähe zum Attentat und die ähnlichen Waffentypen. Ob Vlatko V. den Terroristen beim Töten helfen wollte, klärt Richter Norbert Riedmann bis zum 30. September auf – er hatte V. für das Geständnis längstens vier Jahre und drei Monate Haft in Aussicht gestellt.

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