Kolleginnen und Praktikantin belästigt?

Sex-Prozesse: Schwere Vorwürfe gegen diese Männer

+
Links: Nach Bekanntwerden der Vorwürfe trat Siegfried M. (61) zurück. Rechts: Reinhard P. (46) bestreitet die Vorwürfe.

München - Der eine soll eine 16 Jahre alte Praktikantin begrapscht, der andere zwei Kolleginnen sexuell genötigt haben. Nun stehen die beiden Männer vor Gericht.

Neun Jahre lang war er Rektor der Hochschule für Musik und Theater, wechselte dann ins ehrwürdige Mozarteum nach Salzburg. Jetzt erschüttern Sex-Vorwürfe den Ruf von Professor Siegfried M. (61)! Der Pianist steht am Mittwoch wegen sexueller Nötigung vor Gericht.Er soll zwei Kolleginnen bedrängt und begrapscht haben.

Aus der Affäre zieht der Rektor jetzt schon Konsequenzen: „Bis zur Klärung der Vorwürfe gegen meine Person habe ich mich entschlossen, mit sofortiger Wirkung und bis auf Weiteres Urlaub anzutreten“, teilt er in einem Schreiben an seine Uni-Kollegen mit, das der tz vorliegt. „Ich setze diese Maßnahme auch in meiner Verantwortung für das Haus um, da ich vermeiden möchte, dass die Universität Mozarteum Salzburg durch die gegen mich erhobenen, wenn auch ungerechtfertigten, Vorwürfe Schaden nimmt“, schreibt der Rektor weiter. Der Universitätsrat hat diese Entscheidung bereits akzeptiert. Die Geschäfte des Mozarteums führt „ab sofort und bis auf Weiteres“ Vizerektorin Brigitte Hütter, wie die Uni mitteilt.

Das klingt jedenfalls nicht nach einer baldigen Rückkehr von Siegfried M.! Er fühlt sich durch die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft „sehr belastet“, wie er schreibt. „Aus meiner Perspektive wurden völlig unverfängliche Begegnungen mit zwei Kolleginnen vor sieben und drei Jahren völlig unerwartet im Mai 2015 in München angezeigt. Ich habe mir in diesem Zusammenhang nichts vorzuwerfen.“

Im Gegenteil: M. sei froh, dass sich nun ein Gericht mit seinem Fall befasse. Am Mittwoch könnte es für den Professor aber unangenehm werden: Denn bei dem Strafprozess sagen auch die beiden Kolleginnen aus, die ihn schwer belasten.

Praktikantin missbraucht? Klinik-Arzt bestreitet

„Aber Mama, er war doch Arzt, ich habe ihm vertraut ...“ Es sind bedrückende Worte, die Helene S. von ihrer Tochter Julia (Namen geändert) hören muss. Sie hatte im Juni 2015 ein Praktikum an einer Münchner Klinik absolviert und behauptet, ein Orthopäde habe sie sexuell missbraucht. Am Montag musste sich der Arzt vor dem Amtsgericht verantworten.

Reinhard P. (Name geändert) bestreitet die Vorwürfe. Laut Anklage soll er das erst 16-jährige Mädchen aber am 22. Juni 2015 in einen Behandlungsraum geführt haben – angeblich, um ihr die medizinischen Geräte zu erklären. Laut Anklage bat der Arzt das Mädchen, sich auf eine Liege zu legen und führte einen Ultraschall durch. Dafür musste sie sich oben herum freimachen. Danach griff er Julia laut Anklage auch zwischen die Beine und fragte sie, wie sich das denn anfühlt. „In dem Moment wurde mir klar, dass hier etwas nicht stimmt. Ich bat ihn, aufzuhören“, sagte sie in einer Vernehmung. Verstört ging die Schülerin nach Hause, duschte sich lange und weinte. „Sie war nicht wiederzuerkennen. Ich wusste, dass etwas Schlimmes passiert war“, so die Mutter. Sie zeigte den Arzt an, der als erfahrener Ausbilder gilt.

„Er macht sich Vorwürfe, dass er keinen Kollegen dazugezogen hat und mit dem Mädchen alleine im Raum war. Das war ein Fehler“, sagen seine Verteidiger Peter Guttmann und Peter Pospisil. Im Prozess steht Aussage gegen Aussage. Das Urteil fällt am 9. Mai. 

A. Thieme

auch interessant

Meistgelesen

Kleiner Geldbeutel? Hier können Sie in München sparen
Kleiner Geldbeutel? Hier können Sie in München sparen
Fälle brutaler Wilderei rund um die Stadt häufen sich
Fälle brutaler Wilderei rund um die Stadt häufen sich
Stau bei der Stadt: Das Wohnungsamt sperrt montags zu!
Stau bei der Stadt: Das Wohnungsamt sperrt montags zu!
Technische Störung: Verzögerungen auf der Stammstrecke
Technische Störung: Verzögerungen auf der Stammstrecke

Kommentare