Beifahrerin drohte ihm mit Elektroschocker 

Radler von SUV verfolgt: "Es war wie bei James Bond"

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Für Hans K. endete die Hetzjagd mit einer gebrochenen Nase.

München - Weil er sich über einen auf dem Radweg abgestellten Wagen ärgerte, schlug Hans K. mit der Faust auf dessen Motorhaube. Da sah der Fahrer des SUV Rot - und attackierte den Radler mit seinem Wagen.

Seit jenem Abend weiß der pensionierte Münchner Diplom-Ingenieur Hans K. (66), wie sich Todesangst anfühlt. „Es war wie im James-Bond-Film. Nur dass ich der Gejagte war.“ Minutenlang wurde der Radfahrer am Montag von einem VW Touareg kreuz und quer durch Perlach gejagt. Am Ende lag er blutüberströmt in einer Wohnstraße – und der Touareg raste davon …

Hans K. radelte am Montag gegen 19.30 Uhr nach dem Altherren-Fußballtraining über die Ottobrunner Straße heimwärts. Unterwegs wäre er beinahe gestürzt, weil ein Autofahrer plötzlich die Tür öffnete. An der OMV-Tankstelle in der Unterhachinger Straße das nächste Hindernis. „Ein weißer VW Touareg mitten auf dem Rad- und Fußweg. Der Fahrer war beschäftigt. Und ich war genervt.“ Im Vorbeifahren schlug Hans K. mit der Faust auf die Motorhaube: „Nur ein Weckruf. Ich hatte einen Winterhandschuh an.“

Damit war der Fall für Hans K. erledigt. Nicht jedoch für den Autofahrer. Denn der sah Rot. Knallrot! „Auf der Unterhachinger Straße merkte ich, dass mir das SUV folgte und mich überholte.“ Kurz vor der Kreuzung zur Hoch­äckerstraße schneidet ihm der Fahrer den Weg ab. Die Beifahrerin springt heraus, versucht Hans K. umzustoßen. Er umfährt sie und lässt sie stehen. Kurz nach der Kreuzung die gleiche Szene. Diesmal stöckelt ihm die keifende Frau mit einem Elektroschocker entgegen! Wieder weicht Hans K. aus: „Mir wurde langsam mulmig.“ Weiter geht die Jagd. Diesmal stoppt der Verfolger weiter unten. Hans K.: „Kein Mensch auf der Straße, keine Kneipe weit und breit. Ich war auf der Flucht.“

Fahrer des SUV schneidet ihm den Weg ab - Radler fliegt über die Motorhaube

Bevor ihn die Frau ein drittes Mal angreift, biegt Hans K. links in die Specklstraße und gleich rechts wieder in die Scherbaumstraße ab. Beidseits stehen geparkte Fahrzeuge. „Ich bin auf dem Gehweg gefahren, weil ich Angst hatte, dass mich der Typ einfach umfährt.“ Einen Moment hofft Hans K., die Verfolger abgehängt zu haben. Er irrt sich: „Er muss mein Rücklicht gesehen haben.“ Wieder wird Hans K. von dem SUV überholt, das plötzlich vor ihm im rechten Winkel in die Garageneinfahrt prescht: „Ich hatte keine Chance mehr.“ Hans K. knallt mit dem Fahrrad gegen das SUV, fliegt über die Motorhaube und landet hart auf der anderen Seite. Die Nase gebrochen, das Auge schwillt zu, Blut läuft ihm übers Gesicht. „Ich habe die Arme ausgebreitet und aufgegeben.“ Schon beugt sich die Frau über ihn und giftet: „So, Du Arschloch. Jetzt haben wir dich. Wir rufen die Polizei.“ Nichts lieber als das, denkt Hans K. noch. Doch da steigt die Frau wieder ein. Ein Zeuge sieht, wie das Licht am Auto ausgeschaltet wird. Unbeleuchtet fährt das SUV davon. 

Der Mann soll 35 bis 40 Jahre alt. die Frau etwas jünger sein. Sie hat mittellange, brünette Haare, ist 1,65 Meter groß und spricht Deutsch mit osteuropäischem Dialekt. Die Verkehrspolizei (089/6216-3322) sucht das Paar wegen Fahrerflucht.

Dorita Plange

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