Schwerpunktaktion

Radwege blockiert: Stadt geht gegen Park-Rowdys vor

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In der Paul -Heyse-Straße blockieren regelmäßig Wagen den Radweg.

München - Das KVR geht gegen Park-Rowdys vor, die immer wieder Radwege blockieren. Verkehrsüberwacher erwischen in 25 Stunden 158 Falschparker.

Die Stadt gibt jedes Jahr Millionen für den Bau und Unterhalt von Radwegen aus. Doch viele Autofahrer parken diese Spuren zu und zwingen damit die Radler zu gefährlichen Ausweichmanövern. Jetzt macht das KVR ernst und schickt die kommunale Verkehrsüberwachung auf Streife.

Im August vorigen Jahres forderte die Rathaus-SPD eine Schwerpunktaktion gegen zugeparkte Radwege. Das KVR reagierte zunächst ablehnend. Es gebe bereits jede Jahr die Aktion „Gscheid Radln“, bei der Rad- und Autofahrer verstärkt kontrolliert und informiert würden, hieß es. Die Rathaus-SPD blieb stur und schrieb KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle nochmals in der Sache. Die Hartnäckigkeit wurde belohnt: Die städtische Verkehrsüberwachung nimmt jetzt im Viertel-Jahres-Takt Falschparker auf Radfahrstreifen gezielt ins Visier.

Kürzlich fand die erste Aktion statt: Vom 11. bis zum 15. Januar gingen täglich sechs Parksheriffs je fünf Stunden am Radweg am Oberanger sowie in der Kapuzinerstraße gezielt auf Zuparker-Jagd. Die Bilanz: Am Oberanger wurden 42 Rowdys erwischt, in der Kapuzinerstraße waren es 116. Die Autofahrer bekamen entweder eine Verwarnung wegen „Parkens mit Behinderung“, oder sie wurden vor Ort ermahnt und aufgefordert, weiterzufahren. Ein Auto wurde abgeschleppt, weil es gleichzeitig in einer Feuerwehrzufahrt stand.

SPD-Stadträtin Bettina Messinger freut sich: „Allein die erste Schwerpunktaktion hat bereits gezeigt, wie wichtig es ist, intensiver gegen zugeparkte Radwege vorzugehen.“ In vielen Straßen wie etwa in der stets zugeparkten Paul-Heyse-Straße ist allerdings die Polizei unterwegs. „Wir kontrollieren die zugeparkten Radwege im täglichen Streifendienst. Es gibt aber auch Schwerpunktaktionen, wenn es Erkenntnisse über Brennpunkte gibt“, erklärt Polizeisprecher Markus Ellmeier.

Andreas Groh vom Radlerclub ADFC München kritisiert: „Für eine effektive und nachhaltige Kontrolle hat die Polizei letztlich zu wenig Personal und andere wichtige Aufgaben.“ Der Kontrolldruck sei zu niedrig, die Bußgeldern lächerlich.

Da oft Lieferanten de Radwege blockieren, sollte die Stadt Lieferzonen schaffen. Und Paketdienste könnten auf Lastenräder umsteigen – so wie in der Hamburger City.

Johannes Welte

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