Beschluss aus dem Kommunalausschuss

Neuperlacher Nazi-Weg erhält neuen Namen

München - Seit fast 30 Jahren heißt eine Straße in Neuperlach Friedrich-Berber-Weg. Offenbar schlug die Hochschule für Politik den Straßennamen vor. Doch Friedrich Berber war ein Nazi.

Der Friedrich-Berber-Weg, der in einem Neuperlacher Wohngebiet liegt, erhält einen neuen Namen. Das hat der Kommunalausschuss des Stadtrats am Donnerstag einstimmig beschlossen. Grund für die Änderung ist der verstorbene Namensgeber: Friedrich Berber war ein Nationalsozialist

Die SPD-Fraktion im Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach hatte bereits vor zwei Jahren einen Antrag gestellt, den Friedrich-Berber-Weg umzubenennen. Das Stadtarchiv prüfte die Angelegenheit und gab ebenfalls die Empfehlung, einen anderen Namen für die Straße auszuwählen. Demnach gilt Berber als führender nationalsozialistischer Völkerrechtler außenpolitischer Propagandist. Das Stadtarchiv stellte eine „starke mittelbare Verstrickung in die verbrecherische Außenpolitik des NS-Staates während des Dritten Reiches" fest. 

Der Fall ist "besonders blamabel"

Die Straße ist erst seit 1986 nach Friedrich Berber benannt worden, offenbar auf Vorschlag der Hochschule für Politik. Ulrike Boesser, SPD-Stadträtin und Sprecherin des Kommunalausschusses, findet, dieser Umstand mache "den Fall besonders blamabel". Die Aktivitäten Berbers vor 1945 seien damals einfach ausgeblendet oder schlicht übersehen worden. "Dieser Fehler hätte nicht passieren dürfen. Es ist absolut inakzeptabel, dass ein nationalsozialistischer Hetzer auch noch mit einer Münchner Straße geehrt wird."

Die 36 Anwohner, die in der Straße wohnen, müssen sich nun an eine neue Anschrift gewöhnen. Der Bezirksausschuss wählt den Namen aus. Die Straße soll nicht mehr nach einer Persönlichkeit benannt werden.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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