Weg aus der Innenstadt?

Kulturstrand künftig im Ostpark?

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Entspannen am Vater-Rhein-Brunnen: In den vergangenen beiden Jahren fand hier der Kulturstrand statt.

München - Dauerthema Stadtstrand: Das KVR tüftelt an möglichen neuen Standorten für die Veranstaltung. Der Stadtrat soll im Dezember entscheiden. 

Wandert der Kulturstrand in den Ostpark? Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) arbeitet derzeit mit Hochdruck an der Beschlussvorlage zur Vergabe der beliebten Sommerveranstaltung. Als Alternativstandort zum Vater-Rhein-Brunnen an der Isar soll der Park in Neuperlach vorgeschlagen werden. Das geht aus einem Schreiben des KVR an die Bezirksausschuss-Geschäftsstelle Ost hervor.

Der Kulturstrand war heuer zum Gegenstand einer gerichtlichen Auseinandersetzung geworden. Nicht wegen der Standortfrage, sondern weil der unterlegene Bewerber – die Urbanauten – die Entscheidung über die Vergabe juristisch angefochten hatte. Die Urbanauten hatten den Kulturstrand 2004 ins Leben gerufen. Er wurde stets im Bezirk Altstadt-Lehel oder in der Isarvorstadt abgehalten, mehrfach an der Corneliusbrücke und auch am Vater-Rhein-Brunnen. 2016 war der Zuschlag des KVR jedoch an die Urban League GmbH um Zehra Spindler, eine bekannte Akteurin der Münchner Subkultur-Szene, und ihren Kompagnon, Clubbetreiber Dierk Beyer („Nachtgalerie“), gegangen. Benjamin David, Chef der Urbanauten, kritisierte daraufhin das Vergabeverfahren, die Kriterien der Ausschreibung seien nicht nachvollziehbar gewesen. Er zog daher vor Gericht. Spindler und David sind sich indes einig, dass das dreimonatige Freiluftspektakel künftig längerfristig, zumindest für drei Jahre, vergeben werden soll. Dies sei im Sinne der Planungssicherheit für die Veranstalter erforderlich.

Die Frage ist nun, welche Standorte und welchen Zeitraum das KVR Mitte Dezember im Stadtrat vorschlägt – und vor allem, was die Politik dann beschließt. SPD und CSU haben sich noch keine Meinung gebildet. Das Kreisverwaltungsreferat teilte auf Nachfrage zum möglichen Standort Ostpark mit, die Beschlussvorlage sei in der Abstimmung. Im Prinzip seien mehrere Standorte vorstellbar. Vom KVR waren in der Vergangenheit auch alternierende Lokalitäten ins Spiel gebracht worden, was etwa die Lokalpolitiker des Bezirksausschusses (BA) Altstadt oder des angrenzenden BA Au-Haidhausen begrüßen würden. Der langjährige Veranstalter Benjamin David sieht den Vater-Rhein-Brunnen indes als ideal an. Auch Zehra Spindler war bei ihrem Debüt zufrieden.

Die Auseinandersetzung zwischen David und der Stadt ist laut KVR noch nicht abgeschlossen. Beide Parteien befinden sich in Vergleichsverhandlungen. Es habe bislang keine Einigung erzielt werden können, sagte KVR-Sprecher Johannes Mayer unserer Zeitung. Nach Einschätzung von Mayer hängt der weitere Verlauf des Verfahrens vermutlich davon ab, wie sich der Stadtrat im Dezember entscheidet.

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