„Schutzwall oder Schmutzwall“

Mauer in Neuperlach: Verhärtete Fronten bei Stern TV 

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Von rechts nach links: Anwohner Stephan Reich, Grünen-Politikerin Vaniessa Rashid und Stern-TV-Moderator Steffen Hallaschka.

München - Die Diskussion um die Mauer in Neuperlach ebbt nicht ab. Bei Stern TV diskutierte die Grünen-Politikerin Vaniessa Rashid mit dem Anwohner Stephan Reich über die Gründe für das Bauwerk.

Das umstrittene Bauwerk im Münchner Osten sorgt weiterhin für Aufsehen. In Neuperlach wurde eine Mauer zwischen Anwohnern und einer zukünftigen Flüchtlingsunterkunft gebaut, als Lärmschutz. Gegner der Mauer halten die Mauer für ein Zeichen der Abschottung beziehungsweise Ausgrenzung. Auch international schlug die Nachricht vom Mauerbau in München hohe Wellen.

Auch Stern TV berichtete über die Mauer in München: „Schutzwall oder Schmutzwall“ lautete das Diskussionsthema in der Sendung am Mittwoch, 16. November. Zu Gast im Studio: Vaniessa Rashid von den Münchner Grünen und Stephan Reich, einer von sieben Anwohnern, die für die Umsetzung der Lärmschutzmauer geklagt hatten.

„Warum wurde mit der Mauer nicht bis zum Einzug abgewartet?“

Gleich die erste Frage des Moderators geht an den Anwohner Stephan Reich: „Hätte man damit nicht einfach abwarten können, bis die 160 Flüchtlinge dort wohnen und geschaut, ob es wirklich so laut wird, und dann erst entschieden, was man braucht?“, fragt Steffen Hallaschka.

„Wenn da eine Kindertagesstätte gebaut worden wäre, wären wir sicher nicht so tätig geworden“, antwortet der Gefragte. „Uns geht es wirklich nur darum, dass man am Feierabend und am Wochenende seine Ruhe hat.“ 

Die Lärmschutzeinrichtung richte sich nicht gegen die Flüchtlingseinrichtung oder gegen die Flüchtlinge, so Reich weiter. Es gehe dabei nur um die Spielwiese zwischen der Unterkunft und den Grundstücken der Anwohner. „Bei 160 Leuten kann man sich ja vorstellen, dass das für die Anwohner halt mit Lärm verbunden ist.“

Reich: Asylunterkunft ist für Anwohner nicht so der Hit

Grünen-Politikerin Vaniessa Rashid stellt die Dimension des Bauwerks in Frage „Braucht man das wirklich in diesem Ausmaß? Und braucht es das auf Dauer?“, fragt die Grünen-Politikerin.

Die Anwohner, die mit ihrer Klage den Bau der Mauer durchgesetzt hatten, klagten bereits zuvor gegen die Errichtung einer Asylunterkunft für 300 Flüchtlinge auf dem Grundstück. Die Klage war erfolgreich, nun sollten nur noch 160 minderjährige Flüchtlinge dort untergebracht werden. 

„So große Unterkünfte sind für die Anwohner nicht so der Hit. Wenn so viele Leute auf zu engem Raum untergebracht sind, dann schürt das Aggressionen“, rechtfertigt Reich die damalige Klageerhebung.

Rashid: Lärmschutz nur vorgeschobener Grund

Die Grünen-Politikerin hält den Lärmschutz für einen Vorwand: „Das sind Gründe, die gesucht werden, und man findet welche, wenn man lange genug danach sucht.“

Nach Ansicht von Stephan Reich ist die Lärmschutzmauer ein vernünftiger Kompromiss, zu dem die Stadt und die Anwohner gefunden haben.

Die Zuschauer von Stern TV konnten vor und während der Sendung abstimmen, ob die Mauer legitim ist oder nicht. 32 Prozent stimmten mit „Ja, die Mauer muss weg“. 68 Prozent der Zuschauer befürworten die Mauer in Neuperlach.

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