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5945 Quadratmeter! Was wir über Primarks München-Filiale wissen

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Der Textildiscounter Primark zieht nach München. Nicht ins Stadtzentrum, sondern nach Neuperlach.

München - Wann eröffnet Primark seine Filiale in München? Schließlich muss der Verkaufsraum noch entstehen. Die Antwort des Unternehmens wird Kunden unzufrieden machen. Und nicht nur diese Antwort.

Die irische Billigmodekette Primark ist bekannt dafür, riesige 1A-Citylagen zu suchen. Die voluminösen Papiertüten prägen das Bild jeder Innenstadt, in der Primark eine Filiale eröffnet hat. 

Als Forever 21 aus dem Joseph-Pschorr-Haus an der Neuhauser Straße auszog, hatte vieles darauf hingedeutet, dass Primark Nachmieter werden könnte. Am Ende unterschrieb TK Maxx den Vertrag und zog ein. Wieso hat sich Primark diesen begehrenswerten Standort entgehen lassen? 

Das Unternehmen geht auf diese Frage unseres Nachrichtenportals nicht ein. Auch andere Fragen, die es schriftlich angefordert hat, ignoriert es. Zum Beispiel die Frage, warum die Entscheidung auf das Einkaufszentrum Pep in Neuperlach fiel.

Billigmodekette Primark nennt keinen Zeitplan für Filiale in Neuperlach

Primark-Fans wird es unzufrieden machen, dass der Zeitplan für die Filialeröffnung geheim gehalten wird. Es gibt seitens der Billigmodekette nicht einmal eine ungefähre Angabe. Der Verkaufsraum muss erst noch entstehen, Primark wird in einem Erweiterungsbau des Pep seine Klamotten an die Stangen hängen. Die TH Real Estate und ECE wollen ihrer Mitteilung zufolge die Pep-Erweiterung 2018 abschließen - unklar ist, ob Anfang, Mitte oder Ende des Jahres.

Primark wird eine Verkaufsfläche von 5945 Quadratmetern mieten, wie der Modekonzern mitteilt. "In diesem frühen Stadium können wir keine weiteren Informationen hierzu geben", sagt ein Sprecher. Für die Eröffnung werde Sicherheitspersonal gebucht - "die Anwesenheit von Sicherheitskräften ist Standard bei Store Openings." In der Vergangenheit hatte es einen Massenandrang gegeben, wenn Primark in Deutschland ein neues Geschäft eröffnete.

Obwohl die Eröffnung in Neuperlach noch dauern wird, hat allein die Nachricht darüber manche Münchner aufgeregt. Sie kommentierten die Meldung mit "Braucht kein Mensch" und "Unnötiger Billigmüll - Plastik und Gift für die Haut aus Ausbeuterbetrieben - habe ich selbst dort mitangesehen".

So reagiert Primark auf den Vorwurf, andere Modefirmen aus Bündnis zu vergraulen

Diese Vorwürfe sind der Grund, warum Primark mindestens eine Modefirma aus dem Bündnis für nachhaltige Textilien* vergrault hat: Ein Sportbekleidungshersteller aus dem Allgäu hat seine Mitgliedschaft wegen Primark gekündigt. „Mit seiner Wegwerfmode steht das Unternehmen für das genaue Gegenteil dessen, wofür wir bei MDC uns einsetzen“, begründet Geschäftsführer Michael Pfister seine Entscheidung. Primarks Beitritt habe das Fass zum Überlaufen gebracht. Lange schon kritisiere er die Beitrittspolitik des Bündnisses.

Primark teilt auf Anfrage unseres Nachrichtenportals mit, es habe "mit Bedauern vernommen, dass ein Mitglied als Folge von Primarks Beitritt öffentlich seinen Austritt aus dem Textilbündnis verkündet hat. Wir haben dem Textilbündnis gegenüber bereits unser Bedauern ausgedrückt." Die Billigmodekette ergänzt: "Wir mögen uns in unserem Geschäftsmodell oder unserer Größe unterscheiden; aber wir haben alle das gemeinsame Ziel, unsere Kräfte zu bündeln, damit einzelne Unternehmen einen Einfluss haben, der jenseits ihres direkten Wirkungsbereichs liegt."

Video: Primark kommt nach München, aber vorerst nicht in die Innenstadt

Video: TK Maxx eröffnet Filiale im Joseph-Pschorr-Haus in Münchens City

* Das Bündnis für nachhaltige Textilien ist ein vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gegründeter Zusammenschluss. Er will die in der Modebranche undurchsichtige Produktionskette sozialer, ökologischer, wirtschaftlicher machen. Neumitglied ist Primark.    

sah

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