Wohnen im Marienhof

Freie Wohnung im Rathaus: Darum findet die Stadt keinen Mieter

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Bernd Plank zeigt der tz die Zimmer der 83-Quadratmeter-Wohnung: Einziehen können dort nur Angestellte der Stadt München.

München - Im Rathaus ist aktuell eine Wohnung zu vermieten. Doch die Suche nach einem neuen Mieter gestaltet sich äußerst schwierig - das kommt nicht von ungefähr.

Traumwohnung zu vermieten! 83 Quadratmeter, drei Zimmer, große Küche, ein modern gefliestes Bad, helle Räume mit Laminat und Parkett - Blick auf den Marienhof inklusive. Und als Nachbar grüßt der Oberbürgermeister! Wohnen mitten in München, doch seit November stehen die Räume im fünften Stock des Rathauses leer. Denn die Sache hat ein paar Haken.

Peter Suermann hat hier mal gelebt, in der Dienstwohnung im fünften Stock. Das habe Vor- und Nachteile gehabt, erzählt der Leiter der Hausverwaltung. "Ich war natürlich sehr schnell bei der Arbeit, aber es ist eben auch sehr laut hier." Denn nicht selten gibt es Veranstaltungen im Rathaus und auf dem Marienplatz. Oft sind Straßenmusiker schon früh morgens unterwegs und beschallen das Gebäude - auch vom Marienhof aus. Und wenn ein Stockwerk tiefer im Personalreferat Vorstellungsrunden waren, dann "durfte man oben nicht staubsaugen".

Nur noch drei Dienstwohnungen unter dem Dach

Das freie Zimmer im Rathaus.

Die Dienstwohnung gleich unter dem Dach ist eine von dreienim Rathaus. Früher gab es mal sieben, aber die übrigen wurden umgewandelt, weil dort der Lärm noch größer gewesen sein soll. Und: Einziehen darf auch nicht jeder, sagt Bernd Plank, Sprecher des Kommunalreferats. Die Wohnung ist ausschließlich für Bedienstete der Verwaltung da: Schlosser, Elektriker oder Schreiner. "Daher ist es auch schwierig, eine Aussage zum Mietpreis zu treffen" - Angestellte finanzieren die Wohnung über eine Vergütung und entsprechende steuerliche Regelungen.

Es sei zwar bereits überlegt worden, die Wohnung im freien Markt anzubieten, "aber dann hast du jemand Fremden im Rathaus", sagt Suermann. Außerdem sei es auch gewöhnungsbedürftig, wenn man nachts nach Hause komme und durchs leere Rathaus zur Wohnung gehen müsse.

Ein anderer Grund, warum die Wohnung nicht so populär ist: "Man hat keinen Balkon, geschweige denn eine Terrasse - man kann die Kinder ja nicht nur draußen auf den Rathaus-Fluren spielen lassen", sagte Plank der Hallo München. Nun wolle man das Feld potentieller Mieter ausweiten auf Leute, die im Umkreis vom Marienplatz arbeiten. Dennoch: "Ins Rathaus kann nicht jeder städtische Angestellte einziehen, es muss einen räumlichen Bezug geben."

Sascha Karowski, Maren Kowitz

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