Scherben sind größtes Problem

Rathaus-SPD: Glasflaschen an der Isar gehören verboten

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Die größte Gefahr an der Isar: Glasflaschen. Davon ist zumindest die Rathaus-SPD überzeugt. 

München - Das größte Problem an der Isar sind Scherben, davon ist die Münchner Rathaus-SPD überzeugt. Der Fraktionsvorsitzende fordert gar ein generelles Verbot von Glasflaschen am Isarufer. 

Müllberge am Flaucher, Lärm durch feiernde Grillhorden, Splitter und Scherben von zerbrochenem Glas auf den Wegen entlang der Isar: In den vergangenen Jahren häufen sich die Negativ-Meldungen über ein Gebiet, das eigentlich der Erholung und dem Vergnügen dienen soll. Das Isarufer wird mehr und mehr zum Brennpunkt, meint man.

Für die Münchner Rathaus-SPD steht dabei ganz klar fest: "Eines der größten Probleme an der Isar sind Glasscherben, die eine echte Gefahr für Barfuß-Läufer, Kinder oder Hunde darstellen", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl. Einen Lösungsvorschlag liefert er gleich mit: Glasflaschen sollen generell verboten werden am Isarufer. 

Glasflaschen verbieten - auf der Wiesn geht es doch auch

Rosemarie Hingerl, Chefin des Baureferats, stellte jedoch klar: „Dafür gibt es keine Rechtsgrundlage.“ In ihrer Beschlussvorlage hatte die Verwaltung auch darauf verwiesen, dass ein Verbot von Glasflaschen zu einer starken Zunahme von Kunststoffmüll im Bereich der Isar führen würde. Grünen-Stadtrat Herbert Danner sagte: „Glasscherben sind sicher ein Riesen-Ärgernis. Aber ich glaube nicht, dass ein Verbot der richtige Weg wäre.“ Hingerl sagte der SPD zumindest zu, die Kioskbesitzer an der Isar davon zu überzeugen, nur mehr Plastikflaschen ins Sortiment aufzunehmen. Zwingen könne man aber niemanden.

Im Vorjahr hatten sich die Klagen aus der Bevölkerung über immer mehr Lärm und Müll an der Isar verschärft. Auf Drängen der SPD wurde daraufhin ein Runder Tisch initiiert und ein Maßnahmenkatalog ausgearbeitet, um in diesem Sommer die Lärm- und Müllproblematik besser in den Griff zu bekommen.

Für die Politik entwickelt sich das Thema zum Dauerbrenner. Oberbürgermeister Dieter Reiter hat erst 2015 einen Appell an die Münchner gerichtet: Bitte nehmt's euer Zeug wieder mit. Immerhin: „Zu Hause wird keiner Glasflaschen auf dem Wohnzimmerboden zerschlagen und die Scherben einfach liegen lassen", stellte das Stadtoberhaupt damals klar.  

Gebracht hat es offenbar nichts. 2016, im April, bei Schnee, widmet sich die Rathaus-SPD wieder dem Thema, das eigentlich erst bei schönem Wetter so richtig akut wird. In einer aktuellen Pressemitteilung gibt die Partei des Rathaus-Chefs bekannt, wie heuer an der Isar nachgerüstet wird - zum Beispiel durch einen Sicherheitsdienst, der ab Juli regelmäßig patrouillieren soll. Darüber hinaus will die Stadt eine App entwickeln, mit der beispielsweise Informationen über Abfallbehälter und Toilettenhäuschen abgerufen werden können. Auch eine Öffentlichkeitskampagne soll anlaufen. Was aus dem ebenfalls in dieser Mitteilung geforderten Glasflaschenverbot wird, muss sich noch zeigen. 

OB Reiters Appell an die Münchner

kg/kv

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