Die Zeit nach dem Abitur

Vier Ratschläge, auf die du nach dem Abi nicht hören solltest

München - Irgendwann trifft  uns die große Frage: Wie geht es nach dem Abitur weiter? Es gibt so viele Ratschläge, jeder will einem reinquatschen. Auf diese vier Tipps kannst du getrost verzichten.

Wir kennen alle die guten Ratschläge der Menschen, die uns unterstützten wollen. Und die Ratschläge derjenigen, die bemerkt haben, dass sie uns etwas Besseres wünschen als sie selbst erreicht haben. Doch auf mindestens vier Ratschläge kannst du als Abiturient wirklich verzichten.

1. Wähle dein Studium nach deinem besten Schulfach.

Dieser Ratschlag hört sich natürlich anfangs plausibel an. Das Studium nach seinen Stärken auszuwählen ist natürlich kein schlechter Zug. Allerdings sagen auch einigen Abiturienten Studiengänge zu, die keine direkte Verwandtschaft mit ihrem besten Schulfach haben. Aus diesem Grund auf seinen ''Traumstudiengang'' zu verzichten, ist daher keine gute Lösung. Schließlich sind Studium und Schule nicht zu vergleichen. Zu Lernen, sich selbst zu organisieren, nimmt einen bedeutenden Teil des Studiums ein. Außerdem sind viele Studiengänge sehr vielseitig geworden, in den ersten zwei Semestern noch sehr allgemein gehalten, legt man sich im dritten bereits fest. 

Die Zeit nach dem Abitur ist bekanntlich die, in der man sich selbst besser kennen lernt. Man stellt sich zu seiner Person bedeutende Fragen: Was zeichnet mich aus? Wo würde ich mich gerne in ein paar Jahren sehen? 

Es ist absolut nichts Falsches daran, eine komplett andere Richtung einzuschlagen, als sie vielleicht noch vor den Abiturprüfungen vorgesehen war. Denn der Vorteil an der Wahl des Studiengangs ist, man darf endlich selbst entscheiden, mit welchen Themen man sich näher auseinandersetzten möchte.

2. Lass dir nicht reinreden!

Definitiv eine Einstellungssache, jeder muss hier für sich selbst abwägen. Klar will man nach dem Abitur erst einmal frei sein und sich nichts sagen lassen. Doch durch die viele Freizeit hat man die Möglichkeit, neue Bekanntschaften zu machen und das sollte man nutzen. Sich Erfahrungen, Ideen oder Ratschläge anhören, ist sicherlich nicht verkehrt und kann auch völlig neue Denkanstöße offenbaren. Unabhängig davon, ob man schon einen genaueren Plan hat oder nicht. Der Knackpunkt ist nur der, dass man die guten von den schlechten Ratschlägen für sich selbst erkennen muss. Hier kommt es auch darauf an, wie gut man seine Persönlichkeit einschätzen kann, dann fällt das differenzieren leichter.

3. Du musst ins Ausland. Das macht doch mittlerweile jeder.

Müssen ist relativ. Nur weil viele Abiturienten sofort nach den Abiprüfungen in den Flieger nach Australien steigen, muss du das nicht nachmachen. Klar hat sich der Trend deutlich dorthin entwickelt, ins Ausland zu gehen. Förderlich ist es vor allem für die persönliche Entwicklung - und Unternehmen sehen dies auch gerne in deinem Lebenslauf. Aber sind wir doch mal ehrlich: Koalas gibt es auch im Zoo und Sprachkurse auch in Deutschland - zugegeben etwas plump. Aber nur weil es alle machen, musst du es nicht machen. 

Einige lehnen das Ausland auch nicht komplett ab, sie fühlen sich einfach noch nicht bereit dazu. Und an dieser Stelle kommt der Trend "Ausland" auch denjenigen zugute, die noch etwas warten möchten. Zahlreiche Studiengänge haben die Vorteile des Auslandsaufenthaltes erkannt und integrieren diesen als Pflichtsemester oder als freiwilliges Semester in die Studiengänge. 

Kritiker äußern an dieser Stelle: ''Das ist doch nicht das Gleiche, du wirst nie wieder so frei sein.". Ein Thema, das sich endlos diskutieren lässt. Wichtig ist einfach, sich alle Möglichkeiten anzuschauen, denn davon gibt es mittlerweile zahlreiche und nur weil gerade im Moment etwas für einen nicht in Frage kommt, muss dies noch lange nicht von der Liste gestrichen werden.

4. Fang so schnell wie möglich mit etwas Neuem an! 

Jetzt aber mal ganz langsam. Wirklich jeder freut sich nach dem Abitur auf den Sommer, auf das Feiern, auf die viele Freizeit und somit darauf, Dinge zu machen, auf die man in diesem Moment Lust hat - einfach weil man's kann! Aber es wird immer von Eltern, Oma, Opa, Tante, Freunden die Frage kommen:  "Wie geht's denn bei dir jetzt eigentlich weiter, hast du nicht schon einen genauen Plan?" 

Atme erst einmal tief durch. 

Du hast gerade dein Abitur absolviert und es ist nur logisch, dass du nicht sofort am Schreibtisch sitzt und wie wild deine Zukunft planst, ein Diagramm erstellst über die Möglichkeiten, die dir von nun an offen stehen. Und es ist verständlich, dass du nicht die Wahrscheinlichkeitsrechnung anwendest, um zu prüfen, mit welcher Wahrscheinlichkeit du an der Fachhochschule oder Universität angenommen wirst.

Bewirbst du dich für die Harvard University, bei der die Aufnahmequote aktuell bei 5,2 Prozent liegt, sieht die Sache etwas anders aus. Aber einen Moment zum Verschnaufen braucht jeder Abiturient.

Wo auch immer deine Reise hingeht: Sei offen für Neues, bleibt' dir selbst treu und lasse Entwicklungen zu. Das sind wohl die besten Ratschläge, die dir jemand geben kann.

Alina Schimansky

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Rubriklistenbild: © dpa

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