Red Bull Crashed Ice 2016

Croxall stoppt Naasz in eiskaltem Thriller

Croxall stoppt Naasz in eiskaltem Thriller
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Croxall stoppt Naasz in eiskaltem Thriller

Amerikas Cameron Naasz kommt auf dem längsten Track in der Geschichte des Ice Cross Downhill ins Straucheln und macht das Weltmeisterschaftrennen so wieder spannend.

Kanadas Scott Croxall ist beim Red Bull Crashed Ice Rennen in Jyväskylä ein dramatischer Sieg über den WM-Führenden aus Amerika, Cameron Naasz, gelungen. Croxall's Sieg im frostigen Finnland beschert dem amtierenden Weltmeister 1.000 WM-Punkte und lässt den Kanadier im Gesamtranking bis auf 50 Punkte an Cameron Naasz heranrücken. Naasz, der im Finale auf dem besten Weg war, seinen ersten Ice Cross Downhill Titel bereits vorzeitig klar zu machen, kam vor den Augen zahlreicher enthusiastischer Fans kurz vor dem Ziel ins Straucheln und wurde am Ende nur Vierter. Der amtierende Weltmeister Croxall nutzte den Fehler seines ärgsten Widersachers, behielt auf dem 630-Meter-Track trotz schlechter werdender Wetterverhältnisse die Nerven und sicherte sich schlussendlich den Sieg. Frankreichs Pacôme Schmitt sicherte sich mit dem 2. Platz das beste Ergebnis seiner Karriere, Kanadas John Fisher landete auf dem 3. Platz.

Naasz hatte im Finale lange Zeit die Führung inne. Dann stürzte er und öffnete Scott Croxall die Tür zum Sieg.

"Ich habe euch gesagt, dass ich heute alles geben würde und genau das habe ich heute Nacht gemacht", freute sich ein erschöpfter Scott Croxall nach fünf energieraubenden aber erfolgreichen Wettkampfrunden. "Ich bin so begeistert, dass ich im Moment nicht klar denken kann. Ich habe mir etwas an Energie für das Finale gespart, um Naasz noch einfangen zu können und der Plan ist aufgegangen. Mein Ziel ist es, meinen Weltmeistertitel zu verteidigen und nach diesem Sieg habe ich weiterhin die Chance dazu." In den vier Runden auf dem Weg ins Finale schien Cameron Naasz nicht zu schlagen zu sein. Er kam schneller aus dem Start Gate als der Rest und raste derart schnell durch den natürlichen Eiskanal, dass seinen Gegener Angst und Bange werden konnte. Zum Entzücken der zahlreichen enthusiastischen Fans meisterte er zudem immer wieder den heimtückischen BF Goodrich Rock-Drop-Sprung und hatte auch mit dem immer stärker werdenden Schneefall und dem späteren Niesel keinerlei Mühen.

Im Finale fuhr er erneut in seiner eigenen Liga, ehe er bei einer Serie an Bodenwellen ins Straucheln geriet und stürzte und zusehen musste, wie Scott Croxall und die restlichen Finalisten an ihm vorbeirauschten. Für Croxall war es der vierte Sieg in Folge in Finnland – vor dem Rennen am Samstag hatte der Kanadier im letzten Jahr das Red Bull Crashed Ice Rennen in Helsinki gewonnen sowie die Riders Cup Rennen 2015 und 2016. "Ich liebe es, in Finnland zu fahren", freute sich Croxall. "Ich weiß nicht, was mein Geheimnis ist."

Kyle Croxall und Fabian Mels beim Crash, den sie im Zielbereich zum Anlass für eine handfeste Rangelei nahmen.

Trotz des ersten nicht gewonnen Rennens in dieser Saison führt Amerikas Cameron Naasz, der die ersten zwei Saisonrennen für sich entscheiden konnte, mit 2.785 Punkte weiterhin das Gesamtranking an. Scott Croxall steht nach seinem Sieg in Finnland bei nun 2.735 WM-Punkten. Bis zum finalen Red Bull Crashed Ice Rennen in Cameron Naasz's Heimatstadt Saint Paul, Minnesota, am 27./28. Februar stehen noch drei Riders Cup Rennen auf dem Plan, bei denen die Atheten wichtige WM-Zähler sammeln können. Paavo Klintrup erreichte als einziger Finne das Final Eight und wurde als bester Lokalmatador am Ende Fünfter: "Das war ein guter Track für mich und ich bin gut in den Flow gekommen", so Klintrup. "Vor meinen Heimfans zu fahren, hat mich definitiv gepusht und war sicher ein Vorteil." Kanadas Kyle Croxall und Deutschlands Fabian Mels gerieten beim Zieleinlauf im Viertelfinale nach einem Doppelsturz heftig aneinander.

Alexis Jackson feiert ihren Sieg vor Jacqueline Legere und Elaine Topolnisky.

Bei den Frauen entschied die Amerikanerin Alexis Jackson ein enges Finale für sich, indem sie sich von Platz vier kurz nach dem Start bis ganz nach vorne kämpfte – mit freundlicher Unterstützung der bis dahin Führenden, die sich gegenseitig zu Fall brachten. Jacqueline Legere wurde letztlich Zweite und sicherte sich erneut die WM-Führung vor Kanadas Myriam Trepanier, die sich mit einem enttäuschenden 9. Platz begnügen musste. "Ich bin nicht mit der Erwartungshaltung zu gewinnen hierher gekommen – ich bin hierher gekommen, um zu skaten und SPaß zu haben", so Jackson. "Auf diesem Track war es wichtig, auf den Beinen zu bleiben. Im Finale war ich die einzige, der das gelungen ist und ich habe gewonnen."

So war Red Bull Crashed Ice in Finnland

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