Supermarkt zieht Schlussstrich

Schluss mit Plastik: Bei Rewe kommt nichts mehr in die (Plastik-)Tüte

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Das Ende der Plastiktüte: Rewe-Kommunalreferent Axel Markwardt (l.) und Marktleiter Jörg Löffler (M.) lassen die letzten Exemplare übers Kassenband laufen.

München - Nichts geht mehr für die Plastiktüte im Rewe! In dem Supermarkt kommen die für die Umwelt so schädlichen Transporthilfen nicht mehr aufs Band.

Auf unserem Foto geht gerade die letzte Plastiktüte im Rewe-Markt am Rosenkavalierplatz 9 (Bogenhausen) übers Band. Als erster großer Lebensmittelhändler in Deutschland verzichtet das Unternehmen komplett auf Plastiktüten. Am Mittwoch hat der Kommunalreferent und Erste Werkleiter des Abfallwirtschaftsbetriebs München, Axel Markwardt, die letzten zehn Plastiktüten befüllt - mit Süßigkeiten und Schreibwaren, als Spende für die KlinikClowns.

Jeder weiß, wie schädlich Plastiktüten für die Umwelt sind - vor allem, wenn man sie nur einmal benutzt. Seit einem halben Jahrhundert gehört die Tüte zum Einkaufsalltag. Damit soll bei Rewe jetzt Schluss sein: Seit Anfang Juni werden keine neuen Plastiktüten mehr in die Supermärkte geliefert - und wenn die letzten verkauft sind, ist Schluss. Alternativ gibt's jetzt Papiertüten, Baumwolltragetaschen, Permanent-Tragetaschen aus Recyclingmaterial und Kartons. "Uns ist dabei bewusst, dass die Abschaffung der Plastiktüte nur ein erster Schritt zur Reduzierung von Plastikmüll sein kann. Daher arbeitet Rewe an weiteren Initiativen zur Reduzierung von Plastikverpackungen im Lebensmitteleinzelhandel", sagt Marktchef Jörg Löffler.

Durchschnittlich jede zehnte Plastiktüte in Deutschland landet letztendlich in Wäldern, Flüssen und Seen - an der deutschen Nordsee findet man pro Kilometer Strand etwa 15 Tüten. In der EU verbraucht jeder Bürger im Durchschnitt 198 Plastiktüten pro Jahr … In Deutschland sind es immerhin nur 71. Aber: Weniger ist natürlich trotzdem besser.

Katharina Bittel

Umfrage unter Kunden

"Ich finde, der Beitrag des Markts zum Umweltschutz ist toll. Ich benutze in der Regel immer Stofftüten, heute hab ich sie vergessen und greife stattdessen zur Papiertüte. Das ist eine super Alternative. Es ist furchtbar, wie viel Plastikmüll immer noch entsteht - und ich hoffe, dass mehr Umweltaktionen wie diese hier ins Leben gerufen werden."

Ralf Gruber (50), Bankkaufmann aus München

"Ich habe den Schritt in diese Richtung schon früher gemacht: Ich benutze schon lang keine Plastiktüten mehr – der Umwelt zuliebe. Deshalb habe ich daheim und am Arbeitsplatz viele Jutebeutel verteilt, um auch spontan einkaufen gehen zu können. Wenn die dann auch noch Fairtrade sind, geht’s nicht besser."

Astrid Maier (49), ­Tarif­beschäftigte beim ­Umweltmisiterium aus Bruckmühl

"Ich habe eigentlich immer meine große Handtasche zum Einkaufen dabei. Wenn ich die mal vergesse, ist es schon recht nervig. Dann finde ich es gut, wenn man im Supermarkt auf umweltbewusste Alternativen wie Papiertüten zurückgreifen kann und keine Plastiktüten nehmen muss."

Franziska ­Pfoser (22), ­arbeitet in der Marktforschung, aus München

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