Bistum kauft in Rom 10-Millionen-Villa

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Hat in Rom bald eine eigene Bleibe: Kardinal Reinhard Marx

Rom - Die Lage ist erstklassig, der Preis auch: Für 9,7 Millionen Euro hat das Erzbistum München-Freising in Rom ein neues Gästehaus gekauft. Böse Zungen haben der Immobilien auch schon einen Spitznamen verpasst: „Palazzo Marx“.  

Das ärgert den Kardinal — und seinen Sprecher Bernhard Kellner: „Wer behauptet, das sei eine Luxusunterkunft für Kardinal Reinhard Marx, liegt komplett falsch. Es handelt sich um ein Haus der Begegnung, das Mitgliedern des Domkapitels, Mitarbeitern des Ordinariats, Vertretern der Laienräte, aber auch kleinen Pilgergruppen zur Verfügung stehen soll.“

Die dürfen sich auf eine nette Unterkunft freuen. Die Villa, die bisher von der Kongregation der Kleinen Schwestern als Seniorenheim genutzt wurde, verfügt über zehn Gästezimmer, Esszimmer, Aufenthaltsraum und eine Kapelle. Aber nicht nur das: Das Haus liegt zentral in der Viale delle medaglie d’oro (Allee der goldenen Medaillen), nur vier Kilometer vom Vatikan entfernt. Und damit ist sie für das Bistum der ideale Platz, um mit dem „Heiligen Stuhl stetig im Dialog zu sein“.

Gibt’s keine dringenderen Probleme in der Diözese? Kellner versichert, dass wegen des Kaufs nirgendwo anders gespart werden müsse. Außerdem gehe es hier nicht um besonderen Luxus – kirchliche Häuser in Rom seien eher spartanisch eingerichtet. Doch um allen Spekulationen über die Finanzierung Einhalt zu gebieten, stellt er klar: „Es wurden keine Kirchensteuer-Mittel verwendet. Der Kauf wurde aus dem Vermögen der Erzdiözese bestritten.“ Angesichts der aktuellen Finanzlage sei es sicher kein Nachteil, in Immobilien zu investieren.

Auch die Kirche muss halt schauen, dass sie ihre Schäfchen ins Trockene bringt …

Erzbischof wieder im Palais

Nach vier Jahren im „Schwabinger Asyl“ kehrt Erzbischof Reinhard Marx in dieser Woche wieder in sein traditionelles Quartier im Palais Holnstein in der Kardinal-Faulhaber-Straße im Stadtzentrum zurück. Das Gebäude, das 1733 bis 1737 im Auftrag des Kurfürsten Karl Albrecht als Rokoko-Adelspalais erbaut wurde, war seit Oktober 2008 vom Staatlichen Bauamt saniert worden. Marx war deshalb vorübergehend ins Schloss Suresnes in Alt-Schwabing gezogen.

Das Palais Holnstein ist nicht nur das Dienstgebäude von Kardinal Marx und seinen Mitarbeitern, es beherbergt auch ein Archiv. Marx bezieht hier eine Wohnung mit drei Zimmern, Küche und Bad im rückwärtigen Teil des Hauses. Hier haben auch schon seine Vorgänger gewohnt. Außerdem werden in dem Gebäude sein Sekretär und die beiden Schwestern wohnen, die ihm den Haushalt führen.

Die Sanierung des Palais kostete 8,1 Millionen Euro, davon trägt die Kirche 1,56 Millionen.

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