ADAC macht kuriosen Fund

Dieses Auto hat einen Vogel

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Hawree M. (32) vor seinem frisch erworbenen Gebrauchten: Vorne rechts war das Nest mit einem Ei drinnen …

München - Beim Check eines Gebrauchtwagens fand ADAC-Prüfer Harald Schmid etwas sehr Ungewöhnliches: Das Auto hatte einen Vogel - wortwörtlich!

Als Buchhalterin Ga­briela M. (35) und ihr Gatte Hawree (32) vor einer Woche ihr neues Auto von einem Gebrauchtwagenhändler gekauft haben, ahnten sie noch nicht, was sie gratis in ihrem schwarzen 5er-BMW dazubekommen. Das fand eine Woche später Harald Schmid vom ADAC Südbayern in der Ridlerstraße heraus …

Das Paar war ins Prüfzentrum des Automobilclubs gefahren, um einen Gebrauchtwagencheck durchführen zu lassen. Bremsen, Licht, Stoßdämpfer kamen unter die Lupe. „Alles in Ordnung“, befand Schmid. „Doch im rechten, vorderen Radkasten stimmt was nicht!“ Denn: Dieses Auto hat einen Vogel! Wortwörtlich …

Als Schmid das etwas mitgenommen aussehende Nest samt kleinem, braun gepunktetem Ei fand, musste er selbst lachen. „Also, ich mach meinen Job schon eine ganze Weile, aber so was habe ich noch nicht erlebt.“

Am Abend bekam das Ehepaar M. dann den Anruf vom ADAC Südbayern mit den Prüfergebnissen. „Zunächst musste ich mich ein bisschen aufregen, weil ein Marder ein Kabel an dem Auto angebissen hatte“, sagt Gabriela M. „Doch mein Ärger wich der Freude und Überraschung über das Vogelnest.“

Harald Schmid vom ADAC Südbayern fand das Nest beim Check des 5er-BMW.

Das Auto hatte bei dem Händler in Werneck (Lkr. Schweinfurt) wohl schon mehrere Monate auf dem Parkplatz gestanden, bevor es Hawree abholte. Genug Zeit für den Vogel, dort im Frühjahr sein Nest zu bauen. Und seine Arbeit hat er anscheinend gut gemacht, das Nest muss äußerst robust sein: Es hat die dreistündige Autofahrt von Werneck nach München ebenso unbemerkt überstanden wie diverse Stadtfahrten in der Woche vor dem ADAC-Prüftermin.

„Es handelt sich möglicherweise um das Ei eines Rotkehlchens, wenngleich das Nistmaterial eher ungewöhnlich ist“, erklärt uns Dr. Sophia Engel, Projektleiterin für Vogelkunde beim Landesbund für Vogelschutz (LBV). „Das Ei ist wohl übrig geblieben, nachdem die Vogelfamilie ausgezogen ist.“

Mittlerweile sind die neuen Besitzer mit ihrem geprüften und entnesteten Auto wieder auf den Münchner Straßen unterwegs. Und Prüfer Harald Schmid sagt mit einem Augenzwinkern: „Da sage mir noch mal einer, dass Autofahren und Naturschutz nicht miteinander vereinbar seien.“

Lara Mattuschat

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