Stammstrecke dicht: So kommen Sie durch

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Das S-Bahnnetz sieht über Pfingsten so aus. An der Stammstrecke fahren Busse. Diese sind mit Schienenersatzverkehr-Schildern (SEV) gekennzeichnet. Die interaktive Karte zum SEV. 

München - Von Freitagabend bis Dienstagfrüh geht gar nichts auf der Stammstrecke: Diese ist zwischen Pasing und Ostbahnhof vollgesperrt! Die tz erklärt, wie Sie dennoch durch die Stadt kommen.

Normalerweise donnern die Züge der S-Bahn während der Hauptverkehrszeit im Zwei- bis Dreiminuten-Takt über die Stammstrecke. Doch ab Freitag (19.30 Uhr) bis Dienstag (4.15 Uhr) geht nix mehr zwischen Pasing und Ostbahnhof: Die Stammstrecke ist wegen Bauarbeiten über Pfingsten 80 Stunden dicht. Die tz erklärt, was genau gemacht wird und wie Sie trotzdem durch die Stadt kommen.
Die Maßnahmen: An der Hackerbrücke und in Laim sind Weichen im Einsatz, die so alt sind wie die S-Bahn: 39 Jahre! Diese sind verschlissen und müssen ausgetauscht werden. Zwischen Donnersbergerbrücke und Pasing werden 1000 Meter Schienen erneuert. Zudem nutzt die Deutsche Bahn (DB) die Unterbrechung, um in den Tunneln den Brandschutz zu verbessern. Am Stachus wird ein neuer Aufzug eingebaut.

Der Schienenersatzverkehr (SEV): Zwischen Pasing und Ostbahnhof werden 50 Busse eingesetzt. Diese fahren alle Haltestellen der Stammstrecke an (Takt siehe unten). Dennoch wird die Fahrt zu einer Geduldsprobe: Die Reise von Pasing bis zum Ostbahnhof dauert statt 19 satte 53 Minuten.

So sieht's im Stellwerk Ost aus

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Warum eine Totalsperre? „Die Maßnahmen sind so massiv, dass es mit Nachtbaustellen nicht geht“, sagt ein Bahn-Sprecher. Deswegen wird 80 Stunden lang durchgewerkelt, und ab Dienstagfrüh sollen alle Linien wieder planmäßig fahren.

Droht das große Chaos? Die DB hofft, dass alles glatt läuft. An einem normalen Werktag fahren 750 000 Menschen mit der S-Bahn. An den Wochenenden und insbesondere in den Ferien sind es deutlich weniger. Engpässe dürfte es dennoch geben – wegen der Olympia-Fete in der Arena und dem Bon-Jovi-Konzert im Olympiastadion (siehe unten).

Welche Alternativen gibt es zum Bus? Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) verstärkt die U 5 zwischen Ostbahnhof und Theresienwiese (5- statt 10-Minutentakt). Auch die Tramlinien und die normalen Stadtbusse fahren öfter. Ferner können die Pendler zwischen Pasing, Haupt- und Ostbahnhof die Regional- und Fernzüge benutzen.

Was passiert mit den Fahrkarten? Generell gilt: Wer einen gültigen DB-Fahrschein hat, kann während der Baumaßnahmen auch alle öffentlichen Verkehrsmittel in München benutzen. Achtung: In den Bussen können die Tickets nicht entwertet werden. Das geht nur an den S-Bahn-Stationen.

Die Außenstrecken: Hier fahren die S-Bahnen normal. Sie enden am Ostbahnhof oder in Pasing. Achtung: Die Züge aus dem Westen (S 1, S 2, S 6 und S 7) fahren ab Pasing ohne Halt bis zum Hauptbahnhof durch und halten dort im oberirdischen Teil (Gleis 24 bis 36).

Die Flughafen-Linien: Für alle, die zum Flughafen müssen und in den Pfingsturlaub abheben: Die S 1 fährt vom Hauptbahnhof ohne Stammstrecken-Halt zum Airport. Und die S 8 biegt in Pasing rechts ab und fährt mit Halt Ostbahnhof ins Erdinger Moos. Quasi über den Südring – der gescheiterten Alternative zur geplanten zweiten Stammstrecke.

Stefan Dorner

So fahren die Ersatzbusse (SEV)

3-Minuten-Takt:

Fr 19.45-23.00 Uhr
Sa 7.00-23.00 Uhr

5-Minuten-Takt:

Fr 23.00-2.45 Uhr
Sa 5.00-7.00 Uhr
2.00-2.45 Uhr
So 6.00-2.45 Uhr
Mo 6.00-2.05 Uhr

10-Minuten-Takt
Sa 3.00-5.00 Uhr
So 3.00-6.00 Uhr
Mo 3.00-6.00 Uhr

So geht’s zur Arena und zu Bon Jovi

Stammstrecke dicht – und ausgerechnet da steigen an Pfingsten zwei Großveranstaltungen: In der Arena findet am Samstag von 13 bis 18.30 Uhr die große Olympia-Show statt. Und am Sonntag kommt Rockstar Jon Bon Jovi zum Konzert ins Olympiastadion (Einlass ab 16 Uhr).
Die MVG rechnet daher damit, dass viele Besucher in die U-Bahnhöfe am Sendlinger Tor und am Odeonsplatz ausweichen, um zur Arena (U 6) und zum Olympiagelände (U 3) zu kommen. Deswegen werden zusätzliche Züge eingesetzt. Trotzdem befürchtet die MVG, dass einzelne Stationen wegen Überfüllung kurzzeitig geschlossen werden müssen. Geduld ist also gefragt. Konnte diese Termin-Kollision nicht vermieden werden? Die Bahn sagt Nein. „Wir haben die Baustelle seit zwei Jahren geplant – da wussten wir weder vom Konzert noch von der Olympia-Party“, so ein Bahnsprecher.

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