Bericht zeigt: Sanierung in Bogenhausen verzögert sich

Der große Klinik-Stau in München

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Das Kinikum Bogenhausen.

München - Eigentlich sollte die Sanierung des Klinikums Bogenhausen 2019 losgehen. Und eigentlich sollten für den Neubau direkt neben dem grünen Haupthaus die Bagger schon nächstes Jahr anrollen. Ja, beim Thema Kliniken kommt „eigentlich“ ziemlich oft vor.

Denn ein neuer Zwischenbericht der Stadtkämmerei zeigt nun: Die Sanierung kommt wahrscheinlich doch teuer als geplant. Und auch deshalb muss man jetzt von einen Sanierungsbeginn drei Jahre später ausgehen.

Der Klinik-Stau: Die Worte im neuen Bericht sind deutlich. Dort ist unter anderem zu lesen: „Nach derzeitiger erster Kostenermittlung geht die StKM (Städtische Kliniken München) davon aus, dass die im Sanierungsumsetzungskonzept veranschlagten 315 Millionen Euro für die Baumaßnahmen Klinikum Bogenhausen nicht auskömmlich sein könnten.“ Heißt auf deutsch: Das Geld reicht nicht. Aber sofort wird betont, dass an die beauftragten Planungsunternehmen bereits entsprechende Aufträge erteilt wurden, Maßnahmen zur Kosten- und Finanzierungsoptimierung vorzuschlagen. Gestern betonte Axel Fischer, Chef der Kliniken, es handele sich um einen Zwischenbericht. Klar sei, dass nachjustiert werden muss. „Das ist auch unser ausdrückliches Anliegen. Und damit sind die Planer und Projektsteuerer bereits beauftragt.“ Ziel sei, die Verzögerung zumindest auf zwei Jahre zu verkürzen. Fakt ist: Sollten die Kosten steigen, muss natürlich über die staatliche Förderung neu gesprochen werden. Bisher gab es grünes Licht, dass von den Kosten 60 Prozent übernommen werden. Übrigens: Auch die baulichen Maßnahmen in Harlaching werden teurer als vorgesehen: Statt von 174 Millionen ist jetzt die Rede von 255 MillionenEuro! Der Klinik-Chef zeigte sich am Rande der Sitzung deshalb hocherfreut darüber, dass die Staatsregierung gestern eine Förderzusage für die weiteren großen Bauprojekte in Schwabing, Harlaching und Neuperlach im Gesamtvolumen von 169 Millionen Euro abgegeben hat.

Es gibt aber noch ein weiteres Problem: Verzögert sich die Bogenhausen-Sanierung um weitere drei Jahre, stockt auch der Umzug von sechs Teilbereichen aus dem Schwabinger Krankenhaus nach Bogenhausen (979 Betten gibt es dort derzeit). Die neue Klinik in Schwabing soll vor allem bei der Kinder- und Jugendmedizin, Geburtshilfe und Gynäkologie einen Schwerpunkt setzen, zudem eine Notfallabteilung haben – alles andere soll raus. Aber daraus wird nun erstmal nichts. „Somit werden die Versorgungsmängel in Schwabing nicht verbessert, sondern verlängert“, schimpft nun Dr. Ingrid Seyfarth-Metzger vom Verein Bürger für unser Münchner Stadtklinikum.

Immerhin: Der Zwischenbericht zeigt auch, dass mit dem Neubau in Schwabing heuer im Herbst begonnen werden soll. Wie geplant. Und die neuen Zahlen? Mit denen muss sich nun der Stadtrat beschäftigen. 

Armin Geier

Armin Geier

E-Mail:Armin.Geier@tz.de

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