ver.di bricht Verhandlungen ab

Städtische Kliniken: Fronten sind verhärtet

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Den städtischen Kliniken wie hier in Schwabing steht eine massive Schrumpfkur bevor.

München - Die Sanierung der städtischen Kliniken ist ein zäher Brocken für alle Beteiligten. Am Dienstag brach die Gewerkschaft ver.di die Tarifverhandlungen ab, mit denen die Leitung des städtischen Konzerns die Kosten drücken will.

Und im Stadtrat wurde eine ganze Reihe von Wünschen aus den Bezirken für die Sanierung abgebügelt.

Die Kliniken hatten ver.di zu Tarifverhandlungen aufgefordert, um über die Senkung der Personalkosten in Millionenhöhe bei den verbleibenden Beschäftigten zu reden, die zusätzlich zum Abbau von 1000 Stellen geschehen soll. „Diese Tarifgespräche sind nun seitens ver.di ergebnislos abgebrochen worden“, so Verhandlungsführer und ver.di-Landesbezirksvize Norbert Flach.

Als Grund führt er die „massiven Eingriffe in bestehende Einkommensbestandteile und insbesondere in die zukünftigen Ansprüche in der zusätzlichen Altersversorgung“ auf, die die Kliniken gefordert hätten. ver.di wolle sich „konstruktiven Umstrukturierungsmaßnahmen“ nicht verschließen.

Im Finanzausschuss des Stadtrates bissen gestern die Bezirksauschüsse auf Granit, die im Harlachinger Klinikum den Erhalt aller Fachabteilungen und Vergrößerung von Bettenzahl und Personal gefordert hatten. Auch die Vorschläge aus Bürgerversammlungen wie die Einrichtung eines Zentrums für Altersmedizin für den Münchner Norden und dem Erhalt eines regionalen Notfallzentrums im Schwabinger Krankenhaus wurden „zur Kenntnis genommen“, sonst nichts. „Wir haben das Sanierungskonzept schon mehrfach geändert und mit breiter Mehrheit im Stadtrat beschlossen“, erklärt SPD-Stadrat Horst Lischka. „Wir haben bei der Notfallversorgung schon deutlich nachgebessert.“ 

Johannes Welte

Johannes Welte

E-Mail:Johannes.Welte@tz.de

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