Sattelschlepper hinterlässt Spur der Verwüstung

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Mit diesem Sattelschlepper rammte ein Rumäne zwei Autos, einen Ampelmaste und eine Betonmauer

München - Ein Lkw-Fahrer hat mit seinem Sattelschlepper eine rote Ampel überfahren, zwei Autos gerammt, den Gehweg benutzt und einen Ampelmasten dem Erdboden gleich gemacht. Anschließend flüchtete er zu Fuß.

Wahnsinn! Mit über 100 Sachen brettert ein Sattelzug über den Mittleren Ring. Der Fahrer ignoriert rote Ampeln. Er rammt ein Auto, donnert weiter. Ein BMW-Fahrer, der ihn stoppen will, nimmt der Brummi-Fahrer voll aufs Korn. Die Jagd geht über ein Gehweg. An der nächsten Kreuzung kracht es wieder. Wie durch ein Wunder wird niemand getötet. Schon am Hofoldinger Forst fällt der Lastzug am Freitag gegen 17.30 Uhr auf.

Der Rumäne Cristian G. (33) steuert die in Litauen zugelassene Zugmaschine mit einem Sattelauflieger aus Italien in Schlangenlinien über die Autobahn. Der mit Baustoffen beladene Laster kurvt über alle drei Fahrspuren. Autobahnende am Innsbrucker Ring: Der Lastwagenfahrer biegt rechts ab. Die Ampel an der Kreuzung Ottobrunner Straße steht auf Rot. Doch der Lastzug donnert über die Kreuzung und rammt den Opel eines 46-Jährigen aus dem Kreis Ebersberg. Das Auto wird schwer beschädigt. Der Fahrer kommt mit leichten Verletzungen davon. Der Lkw-Fahrer gibt Gas! Ein 47-jähriger BMW-Fahrer aus Mecklenburg-Vorpommern, der mit seiner Lebensgefährtin und seinem siebenjährigen Sohn unterwegs ist, will die wahnsinnige Amokfahrt stoppen.

Elektriker Kutay Aykent (23) beobachtet die Szene. „Der BMW wollte ihn ausbremsen, doch der Fahrer des Sattelzuges gab Gas, der hätte ihn glatt gerammt“, erzählt er der tz. An der nächsten Kreuzung (Kirchseeoner-/Hechtseestraße) musste der BMW stoppen. Der Lkw-Fahrer bremst aber nicht. Aykent: „Der wollte ihn töten!“

Fotos von den Unfallorten

Sattelschlepper hinterlässt Spur der Verwüstung

In seiner Verzweiflung weicht der BMW-Fahrer auf den Geh- und Radweg aus, warnt hupend einen Radfahrer, der im letzten Moment flieht. Es kracht: Der Sattelzug rammt das Heck des BMW, walzt einen Ampelmast platt und rast über die Kreuzung. Auf einem Firmengelände zerstört eine Leuchtreklame und kommt schließlich schwer beschädigt zum Stillstand. Amok-Fahrer Cristian G. steigt aus, flüchtet zu Fuß. Er setzt sich in die Taverne Nefeli an der Berger-Kreuz-Straße. „Er hat ein Bier bestellt“, erinnert sich Kellner Dimitrios Osipidis. Der Mann habe wirres Zeug geredet: „Er sagte, sein Chef habe ihm die Pistole an den Kopf gehalten.“

Bis die Polizei eintrifft, ist Cristian G. bei der zweiten Halbe. Er wird festgenommen: Haftbefehl! Das Ergebnis der Blutprobe liegt noch nicht vor. Der mutige BMW-Fahrer und seine Angehörigen müssen in einer Klinik versorgt werden. Der Gesamtschaden liegt bei mindestens 60 000 Euro.

Eberhard Unfried

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