Ärger in Freimann

Anwohner klagen über Lärm: Das Zenith soll ruhiger werden

+
Wollen mehr Ruhe: Anwohner des Zenith-Areals, links Walther Hilger von der Siedlerschaft Kieferngarten.

München - Anwohner beklagen Lärmbelästigung, neue Eigentümer des Areals versprechen Besserung.

Wummernde Bässe, laute Partygänger und jede Menge Müll. Vielen Anwohnern des Zenith-Geländes in Freimann reicht es. „Man erkennt auf der Straße die Musikstücke“, klagt etwa Michael Hicke. „Das Areal ist nicht für solche Veranstaltungen gemacht.“ Letzter Aufreger: das Konzert von Svetlana „Ceca“ Raznatovic, einer Folk- und Popsängerin aus Serbien im Kesselhaus am 6. Februar. Bei dieser Veranstaltung sollen bei einigen Nachbarn sogar die Fenster vibriert haben.

Zwischen den Bewohnern des Kieferngartens und der Eisenbahnersiedlung in Freimann und dem bisherigen Mieter des Zenith-Geländes, Wolfgang Nöth, gab es schon häufiger Streit. 2008 soll es schon Versprechungen gegeben haben, dass es nicht mehr zu lauten Veranstaltungen kommen soll. „Der Nöth verspricht viel und hält aber nix“, schimpft Walther Hilger von der Siedlerschaft Kieferngarten. Die Freien Wähler im Rathaus sprechen gar von „Körperverletzung wegen massivem Lärm“. Vor allem seit Dezember fänden regelmäßig laute Konzerte bis in die Morgenstunden statt.

Stadtrat Johann Altmann stellte jüngst eine Rathaus-Anfrage, wie die Stadt das Lärmproblem lösen könne. Dabei hat sich die Lage jüngst ohnehin geändert. Nöth ist seit Anfang des Jahres nicht mehr Mieter des Zenith-Geländes. „Ich habe es selbst entschieden und bedauere es nicht“, sagte er der tz.

Steine des Anstoßes: Hier das Zenith an der Lilienthalallee. Das Kesselhaus liegt nur wenige Meter entfernt.

Neuer Eigentümer des Geländes sind die Freimann Besitz GmbH & Co. KG (Lok-Halle 24) sowie die Freimann Event Besitz GmbH & Co. KG (Zenith, Kesselhaus sowie ehemaliges Kantinengebäude und Kohlebunker). Dahinter steht der Investor Andreas Dünkel. Der plant bis 2017 unter anderem im ehemaligen Ausbesserungswerk der Bahn einen Bauhaus-Heimwerkermarkt, ein Hotel und eine Motorworld – eine Show-Großgarage für Oldtimer-Besitzer mit Servicewerkstätten. Ist das für die Bewohner ein Hoffnungsschimmer? Am 10. März, also bereits am Donnerstag, soll es ein Treffen zwischen den Nachbarn und den neuen Besitzern geben. Und die neuen Eigentümer wollen auch den Lärmschutz verbessern. Beeinträchtigungen durch Veranstaltungen sollen minimiert werden. Konzerte und Events soll es aber weiter geben. Details sollen auf der geplanten Versammlung erklärt werden.

Fest steht nach Meinung der Anwohner, dass sich etwas ändern muss. „Die, die Spaß haben wollen, sollen zu ihrem Recht kommen, aber alle anderen auch“, sagt Bezirksausschuss-Vorsitzender Werner Lederer-Piloty (SPD). Dass ein Kompromiss möglich ist, zeige etwa das Beispiel Schwabing. „Nachdem die Sperrzeit aufgehoben wurde, ist es dort deutlich ruhiger“, sagt Lederer-Piloty. Die Kneipengäste würden nicht mehr wie früher um ein Uhr auf die Straße rennen, sondern könnten ganz entspannt austrinken. Lederer-Piloty sagt auch: „Eine Stadt macht nun mal Geräusche. Wem das nicht passt, der soll in den Bayerischen Wald ziehen.“ Die Hoffnung auf ein verträgliches Miteinander scheint im Moment aber wieder gegeben.

Florian Fussek

Mehr zum Thema:

auch interessant

Kommentare