Parkstadt Schwabing

Baubeginn für neue Arri-Zentrale

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Von München in alle Welt: Arri-Produkte werden international von Filmschaffenden geschätzt. Im Bild: Geschäftsführer Jörg Pohlmann mit einem hauseigenen Kameramodell. 

München - Die in München ansässige Unternehmensgruppe Arri beginnt mit dem Bau ihrer neuen Zentrale in der Parkstadt Schwabing. Der jetzige Hauptsitz mitsamt dem Kino an der Türkenstraße soll trotzdem im Unternehmensbesitz bleiben.

Dort sollen nach dem geplanten Einzug ab Dezember 2018 etwa 600 Mitarbeiter ihren neuen Arbeitsplatz finden – also rund die Hälfte aller weltweit beschäftigten Arri-Mitarbeiter. Was am jetzigen Hauptquartier an der Türkenstraße 89 (Maxvorstadt) dann passiert, ist noch nicht entschieden – das Gebäude soll aber wohl vorerst im Unternehmensbesitz bleiben, hieß es auf Nachfrage.

Der neue Hauptsitz: Dort sollen einmal rund 600 Arri-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz haben. 

In der zweiten Novemberhälfte sollen die Bauarbeiten für den neuen Hauptsitz beginnen, bestätigt Arri-Sprecher Heiko Meyer. Das Produktions- und Verwaltungsgebäude mit dem Projektnamen „Arrial“ entsteht in der Parkstadt Schwabing direkt gegenüber dem Einkaufszentrum Parkstadt Center nahe der neuen Zentrale von Osram und der Autobahn A9. Der künftige Haupteingang liegt an der Herbert-Bayer-Straße 3, eine Zufahrt befindet sich an der Wilhelm-Wagenfeld-Straße. Das Ensemble besteht aus zwei drei- und viergeschossigen Riegeln sowie einem verbindenden Mittelbau mit begrüntem Innenhof. Das Areal ist insgesamt 1,4 Hektar groß. Nach Fertigstellung sämtlicher Bauabschnitte soll das Objekt eine Nutzfläche von rund 20 000 Quadratmetern sowie eine zweigeschossige Tiefgarage für etwa 350 Fahrzeuge bieten, zusätzlich rund 150 Radlstellplätze.

Beheimaten wird das „Arrial“ künftig neben der Geschäftsleitung der Arri-Gruppe unter anderem die Bereiche Forschung und Entwicklung, Produktion, Montage und Vertrieb der Unternehmensteile „Camera Systems“ und „Medical“. Das Sortiment der eigenen Produkte umfasst Lampen, digitale wie mechanische Kameras, Filmbelichter und Abtaster sowie Kamerazubehör. Vertrieben werden zudem Objektive, Stative, Software und Rekorder.

Hier entsteht die Arri-Zukunft: In rund zwei Jahren sollen die ersten Mitarbeiter in die neue zentrale einziehen. 

Die Unternehmensgeschichte von Arri in München reicht mehr als hundert Jahre zurück: 1914 bauten die beiden Schulfreunde August Arnold und Robert Richter einen Kinoprojektor mit Handbetrieb auf Elektromotor um und fügten als hellere Lichtquelle eine selbstgebaute Bogenlampe hinzu. Der Start zu einem weltweit erfolgreichen Unternehmen in der Filmbranche: Am 12. September 1917 gründeten die beiden Münchner ihre Firma. Heute heißt das Unternehmen Arnold & Richter Cine Technik GmbH & Co. Betriebs KG – kurz Arri. Nach Angaben des Unternehmens werden derzeit weltweit etwa 60 von 100 Filmen entweder mit Arri-Kameras und -Scheinwerfern gedreht oder ausgeleuchtet oder von Arri-Mitarbeitern nachbearbeitet.

Das Gelände für seinen künftigen Hauptsitz erwarb das Unternehmen im Dezember 2014 von der Stadt München. Die Baugenehmigung wurde im September 2016 erteilt. Der Rohbau soll bis Ende 2017 fertiggestellt sein. Der Einzug der ersten Abteilungen ist für Dezember 2018 geplant. Über die Investitionssumme machte das Unternehmen auf Anfrage keine Angaben.

Das jetzige Hauptquartier an der Türkenstraße 89 (Maxvorstadt) soll auch nach dem Umzug in die Parkstadt Schwabing nach bisherigen Planungen wohl im Unternehmensbesitz bleiben – samt dem Arri-Kino, das häufig Sondervorführungen zeigt, aber auch ein cineastisches Programm. Derzeitige Produktionsräume, die dann dort leerstehen, könnten vermietet werden, heißt es. Genauere Planungen dazu hat die Geschäftsleitung laut Unternehmenssprecher Meyer aber noch nicht.

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