Jetzt geben sie Gas

Baustelle am Isarring soll deutlich schneller fertig werden

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Die Baustelle am Isarring.

München - Der Isarring wird langsam, die Bauarbeiten sollen sogar schneller beendet werden, als geplant. Die tz hat sich auf der Baustelle einmal umgesehen.

Beim Thema Baustellen kommen die meisten ja schnell ins Meckern. „Das dauert immer länger als gedacht“ – ein ganz beliebter Vorwurf. Schön, dass es auch mal anders geht, wie bei der Baustelle am Isarring

Eigentlich sollten die Bauarbeiten bis in den November dauern. Baustellenkoordinator Richard Bartl verkündet jetzt aber lächelnd: „Wir schaffen das bis Mitte Oktober!“ Grund dafür ist eine „sehr enge Verdichtung“ der Arbeiten. So kann das 5,6 Millionen Euro teure Projekt schneller über die Bühne gehen, was auch gut so ist: Die Sommerferien neigen sich dem Ende zu – dann ist es auch mit den leeren Straßen vorbei. „Wir hatten schon Angst mit dem Verkehr“, meint Bartl. Momentan sind aber relativ wenige Fahrzeuge auf dem Ring unterwegs, sodass es zu keinen großen Rückstaus kommt. Was keinen „Freifahrtschein“ für den Isarring bedeuten soll: „Die Leute sollen bitte weiterhin auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen oder die Baustelle umfahren“, sagt Bartl. 

Bald ist es ja geschafft – dann fließt der Verkehr hoffentlich reibungslos. Die tz hat die schnelle Baustelle besucht:

Express-Betonierung

Auch beim Betonieren wird auf die Zeit geschaut. So wurde die 80 Tonnen schwere Betonplatte, auf der später die Autos fahren werden, in einem Stück angeliefert! „Da sparen wir uns die Zeit zum Trocknen“, sagt Bartl. Jetzt kommt nochmal eine Schicht Beton drauf – dank dem guten Wetter und einem Zelt kann die Austrocknungszeit auf eine Woche verkürzt werden. Hält man sich nicht an diese Zeiten, so kann es passieren, dass es zur Blasenbildung kommt.

Sieben Projekte gleichzeitig

Sieben verschiedene Arbeiten werden gleichzeitig verrichtet. Damit die Bauarbeiter dafür Platz haben, müssen die Fahrbahnen verkleinert werden – Staugefahr! Dafür gehen dann auch die Projekte schneller von der Hand. Hier wird gleichzeitig unter anderem an der Straßenbeleuchtung, den Ausfahrten und Anschlüssen sowie an den Schutzplanken gearbeitet. „Mehr geht nicht“, sagt Koordinator Bartl. Von morgens um 7 Uhr bis abends 22 Uhr gehen die Arbeiten.

Vier Bohrpfähle am Tag

Dieser Koloss hätte wirklich einen spektakuläreren Namen verdient als einfach nur Bohrgerät. „Der bohrt halt“, meint Bartl und lacht. Vier Bohrpfähle schafft das Gerät am Tag. Warum die sein müssen? An der Baustelle entlang verlaufen künstliche Bachläufe oder auch der Radweg aus den 30er-Jahren. Die neue Straße wird näher an diesen vorbeiführen – die Pfähle sollen dann den statischen Druck für die betagten Gemäuer verringern und sie damit schützen.

Florian Fussek

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