Großeinsatz am Sonntagmorgen

Dachstuhl in Brand! Feuerwehr kämpft gegen die Flammen

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Für die Feuerwehr herrschen vor Ort erschwerte Einsatzbedingungen.

München - Ein Feuer hat am gestrigen Sonntagmorgen in Freimann einen Schaden von mehreren hunderttausend Euro verursacht. Die Flammen haben den Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses komplett zerstört. Das Gebäude ist nicht mehr bewohnbar.

Barfuß und nur in Bademäntel gehüllt stehen am Sonntagmorgen kurz vor halb neun Bewohner vor einem Mehrfamilienhaus an der Grusonstraße in Freimann. Frierend schauen sie zu, wie die Feuerwehr mit Wasser und Löschschaum die lodernden Flammen unter Kontrolle bringt, die sich auf der gesamten Länge des etwa 30 Meter langen Dachstuhls des Mehrfamilienhauses ausgebreitet haben. Dichter Qualm und Brandgeruch hängen in der Luft. Schützend halten sich Anwohner und Spaziergänger die Hände vor Mund und Nase.

„Die Polizei hat heute Früh geläutet und gesagt: schnell raus“, erzählt eine 63-jährige Bewohnerin des Hauses. Sie war bereits angezogen und griff sich noch einen Mantel, bevor sie ihre Wohnung verließ. Sonst konnte die Münchnerin nichts mehr mitnehmen. „Ich wohne seit 20 Jahren hier. Unsere ganzen persönlichen Sachen – Fotoalben, Computer und Möbel – sind jetzt wohl nicht mehr zu gebrauchen“, sagt sie. „Wir waren hier alle perfekt eingerichtet.“ 21 Menschen wohnen in dem Mehrfamilienhaus an der Ecke Gruson-/Heidemannstraße. Das Gebäude wurde im Jahr 1939 errichtet. Zehn Bewohner waren zu Hause, als das Feuer um kurz nach 8 Uhr ausbrach. Sie verließen sofort das Gebäude. Die Einsatzkräfte halfen einer Frau im Rollstuhl, die im Treppenhaus stand, nach draußen.

Pfarrer Rainer Liepold sperrte sofort das Pfarrheim der nahegelegenen Michaelskirche auf. Dort bekamen die Menschen, die ihre Wohnungen verlassen mussten, Kaffee und Brotzeit. „Ich habe sofort die Heizung angedreht, damit die durchgefrorenen Menschen sich wärmen können“, erzählt Rainer Liepold. Dann feierte der Pfarrer wie gewohnt den Gottesdienst. „Ich wollte verhindern, dass die Menschen als Schaulustige auf der Straße stehen und die Arbeit der Feuerwehrleute behindern.“ Immer mehr Nachbarn kommen ins Pfarrheim, bringen Kaffee und erkundigen sich, ob sie helfen können. „Ich habe in der Früh die Rollos hochgezogen und sofort die meterhohen Flammen am Dach des Hauses auf der Straße gegenüber gesehen“, erzählt ein Mann, der am Schwarzanger wohnt. „Dann sind auch schon die ersten Feuerwehrfahrzeuge vorgefahren.“ Über 100 Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr in vier Löschzügen sind am Sonntag im Einsatz, sagt Feuerwehr-Sprecher Stefan Kießkalt. Um die Glutnester zu löschen, müssen sie die Fehlbodendecke im Dachgeschoss großflächig öffnen. Als die Einsatzkräfte die mit Blech verkleideten Dachgauben aufmachen, flammt der Brand immer wieder auf. Bis am späten Nachmittag arbeiten die Retter an der Grusonstraße.

Die Wohnungen im Dachgeschoss und im ersten Stock sind durch das Feuer schwer beschädigt worden. Das ganze Haus ist zurzeit nicht mehr bewohnbar. Alle Bewohner müssen vorübergehend in Hotels, bei Bekannten oder Verwandten unterkommen. Wann sie wieder in ihren eigenen Wohnungen schlafen können, ist laut Feuerwehr-Sprecher Kießkalt am Sonntag noch nicht abzusehen.

„Wir müssen jetzt schauen, wie es weitergeht“, sagt die 63-jährige Münchnerin. „Das Ganze ist wirklich schlimm.“ Am Nachmittag dürfen die Bewohner kurz in das Mehrfamilienhaus gehen, um ihre wichtigsten Sachen zusammenzupacken und mitzunehmen.

Durch den Brand ist nach ersten Schätzungen der Feuerwehr ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro entstanden. Warum das Feuer ausgebrochen ist, ist am Sonntag noch unklar. Brandfahnder der Polizei haben die Ermittlungen aufgenommen.

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