Generalsanierung

Container-Komplex für Gymnasiasten

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Altehrwürdig, aber baufällig: Zeitgleich sollen Schüler des Oskar-von-Miller- (hier im Bild) und des Maximiliansgymnasiums im Herbst 2018 wegen Sanierungsarbeiten ausziehen.

München - Im Münchner Norden an der Domagkstraße soll bis Sommer 2018 eine riesige dreistöckige Containerschule entstehen. Die Stadt rechnet damit, dass dort mindestens zehn Jahre lang Schüler aus ganz München unterrichtet werden.

Den Anfang macht das Schwabinger Oskar-von-Miller-Gymnasium zum Schuljahr 2018/19. Das „Oskar“ muss während der Generalsanierung der Schule an der Siegfriedstraße ausziehen. Stadtbaudirektorin Iris Lemke geht derzeit von einer Bauzeit „3 plus 1 Jahre“ aus.

Noch aber gibt es bei den Plänen des Architekturbüros Braun und Partner Nachbesserungsbedarf für das Ausweichquartier: Besonders die angedachte Sportsituation und die Ausstattung für die naturwissenschaftlichen Unterrichtsräume entsprechen nicht den Anforderungen der Schule. Dafür wird sich die Raumsituation insgesamt deutlich entspannen: Statt der bisher 25 Klassenzimmer hat die Schule dann 40 Räume zur Verfügung. Im Frühjahr will der Stadtrat sich mit den Plänen befassen.

Altehrwürdig, aber baufällig: Zeitgleich sollen Schüler des Oskar-von-Miller- und des Maximiliansgymnasiums (hier im Bild) im Herbst 2018 wegen Sanierungsarbeiten ausziehen.

Derzeit ist vorgesehen, dass die Modul-Schule im südlichen Teil des Domagkparks entsteht. Architekt Maximilian Braun kann sich vorstellen, dass das dreigeschossige Gebäude in Kammform entlang der Ungererstraße angeordnet wird, so sei auch nur ein minimaler Eingriff in die bestehende Parkstruktur vonnöten. Gleichzeitig würden die vorhandenen Bäume die Schule von der Hauptverkehrsader abschirmen.

Aus Raum- und Kostengründen wird an der Domagkstraße keine Turnhalle errichtet. Es ist angedacht, dass die Schüler die Hallen im 3,3 Kilometer entfernten, jetzigen Schulkomplex an der Morawitzkystraße nutzen. Doch sei das nicht ausreichend, waren sich die Vertreter von Schule, Schülern und Eltern bei der Plan-Präsentation einig.

Hans Jürgen Stein, Leiter des Zentralen Immobilienmanagements der Stadt München, versprach, sich um Lösungen zu bemühen. So soll unter anderem sowohl mit der BayernLB als auch mit dem SV Weiß-Blau Allianz über eine mögliche Nutzung von deren Gelände durch die Schule verhandelt werden. Beides wäre von der neuen Modulschule aus fußläufig erreichbar.

Die angrenzende Fläche im Norden des Domagkparks kann nicht in die Modulschule integriert werden, da sie weiterhin als öffentliche Grünfläche zur Verfügung stehen soll.

Größte Bedenken gibt es vonseiten der Schule, was den Fachunterricht in den Fächern Chemie, Biologie und Physik betrifft: Aus Brandschutzgründen sind derzeit keine naturwissenschaftlichen Versuche in den Containern möglich.

Noch wichtiger ist Schulleiter Peter Schwartze jedoch, dass das Oskar zeitgleich mit dem benachbarten Maximiliansgymnasium auszieht: „Ich bitte die Stadt mit Nachdruck, an diesem bereits gegebenen Versprechen festzuhalten.“ Das „Max“ weicht während der Bauzeit in die bereits vorhandene Containerschule an der Oettingenstraße aus, die derzeit vom Wilhelmsgymnasium genutzt wird.

Insgesamt werden die Arbeiten am Schulcampus Karl-Theodor-/ Siegfriedstraße rund vier Jahre in Anspruch nehmen. Geplant ist neben der Generalsanierung auch der Bau einer Zweifachturnhalle unter dem jetzigen Pausenhof. Baudirektorin Iris Lemke: „Auch wenn es ein äußerst sportlicher Zeitplan ist, garantiere ich ihnen: Wir lassen uns nicht Zeit. Die nächste Schule wartet schon darauf, in die Container an der Domagkstraße einziehen zu können.“

Das Projekt ist Teil der Münchner Schulbauoffensive. 39 Maßnahmen für 1,5 Milliarden Euro sind bereits beschlossen, weitere sollen 2017 folgen.

Stephanie Holzmeier

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