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Tram durch Englischen Garten: SPD forciert umstrittenen Plan

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Die Nordtangente soll den Elisabethplatz mit der Tivolistraße verbinden – durch den E-Garten..

München - Die Tram durch den Englischen Garten – bleibt sie ein Traum? Die SPD jedenfalls will, dass die Pläne für die Nordtangente wieder Fahrt aufnehmen.

OB Dieter Reiter (57, SPD) soll erneut das Gespräch mit dem Freistaat suchen. Der lehnt die Tram durch den Park bekanntlich ab. Die Stadtrats-CSU spricht von einem Schaufensterantrag! Heute beschäftigt sich der Planungsausschuss mit dem Thema.

Die Idee zur Garten-Tram stammt noch aus der Amtszeit Georg Kronawitters (87, SPD)! 1991 beschloss der Stadtrat eine Tram-Tangente, die den Elisabethplatz mit der Tivoli­straße verbinden soll. Der Freistaat bremste: Der Schutz des Englischen Gartens habe mehr Gewicht als eine neue Trambahn. Es folgten Gerichtsprozesse, bei denen die Stadt unterlag. Wichtigstes Argument für die Tram-Gegner: die Oberleitung. Doch zumindest dieser Punkt fällt weg. Laut SPD und Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) kann die Tram auf dem Teilabschnitt durch den Englischen Garten ohne Leitungen auskommen. Genutzt würde die Straße, auf der jetzt ein Bus fährt. Und funktionieren würde das mit einer Akku-Tram, einem Zug mit Energiespeicher. Zudem könnte die MVG den Asphalt entfernen, ein Rasengleis verlegen und den Grünflächenanteil erhöhen. „Die Nordtangente entlastet das Zentrum und ersetzt die stark genutzten Buslinien, die seit 60 Jahren den Englischen Garten durchqueren“, sagt MVG-Chef Herbert König.

SPD-Verkehrspolitiker Ingo Mittermaier ergänzt: „Sie wäre verkehrlich sinnvoll, das sagen alle Prognosen.“ Die CSU ist jedoch gegen den erneuten Vorstoß. „Der Freistaat hat seine Haltung klar- gemacht“, sagt Verkehrssprecher Michael Kuffer. Seine Fraktion werde diesem „reinen Schaufensterantrag“ daher nicht zustimmen. „Es macht keinen Sinn etwas zu beschließen, wenn man weiß, dass es nichts bringt“, sagt Kuffer.

Mittermaier: „Es hat Sinn, das abzufragen. Das Projekt steht im Nahverkehrsplan drin.“ Es gebe Untersuchungen, totschweigen könne man es demnach nicht. „Und wenn der Freistaat das ablehnt, muss er sich eine neue Begründung einfallen lassen.“

S. Karowski

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