Sie basteln an unserer Zukunft

Tüftler-Szene trifft sich am Wochenende im Zenith

+

München - Selbermachen war schon immer angesagt. Doch bei der neuen Do-it-Yourself-Generation geht es vor allem um eins: Digitale Technik. Die Szene trifft sich am Wochenende in München.

Radl reparieren oder Regal zimmern: Selbermachen war ja schon immer wichtig … Doch jetzt kommt die Do-it-Yourself-Bewegung 2.0! 

An diesem Wochenende (Sa. und So. 10 - 18 Uhr, Tagesticket 13 Euro) treffen sich beim "Make Munich"-Festival im Zenith (Lilienthalallee 29) Zukunftsbastler, die mit modernsten Technologien hantieren. Die Münchner Jenny Ludwig (34) und Martin Laarmann (44) sind die Hauptorganisatoren der Messe: 10 000 Besucher erwarten sie heuer, nachdem sie von der kleineren Tonhalle umgezogen sind.

„Das Spannende an dieser neuen 'Maker'-Bewegung ist die Zugänglichkeit zu neuen Werkzeugen wie 3D-Druckern“, sagt Hartmann. Das Wissen dazu könne sich jedermann in kürzester Zeit aneignen - und dann Produkte entwerfen.

So entstünden neue Unternehmen. „Das Besondere ist, dass kein so hohes Investitionsvolumen notwendig ist.“

Mehr als 120 Aussteller haben sich angemeldet. In Mitmach-Workshops lernen Nachwuchsbastler, selbst kreativ zu sein. Außerdem gibt es Vorträge von erfolgreichen digitalen Produzenten - und spektakuläre Roboter-Wettkämpfe (Sa. 19 - 22 Uhr, Tagesticket gültig). 

Die tz hat die Highlights der Messe für Sie gesammelt: 

Er ist der Hauptredner

Der US-amerikanische Science-Fiction-Schriftsteller Bruce Sterling (61, Foto) spricht auf dem Festival über die Zukunft der Maker-Bewegung. 

Sterling selbst setzt sich für die Zusammenarbeit von Künstlern mit Digitaltechnikern ein. Dafür hat er in seinem Wohnort Turin die "Casa Jasmina" eingerichtet. In der Pilotprojekts-Wohnung will er Möbeldesign und neueste technische Erkenntnisse verbinden. 

Neben Sterlings Rede gibt es weitere Vorträge - zum Beispiel zum Thema Open Hardware. In unterschiedlichen Workshops können Jugendliche etwa mit Lego-Bausteinen Experimente aus dem Forschungsgebiet der Optik nachbauen.

Roboter als Sumo-Ringer

Sie haben es den Bastlern besonders angetan: Roboter! Deswegen ist ihnen auch ein eigener Bereich auf der Make Munich gewidmet.

Am Samstagabend ab 19 Uhr heißt es dann: Roboter-Kamp! Beim sogenannten "Hebocon" treten die Roboter zu einer Art Sumo-Ringkampf an. „Die Teilnehmer müssen versuchen, ihren Gegner von einer Platte zu schieben“, erklärt Veranstalter Martin Laarmann das Konzept.

Der Spaß stehe klar im Vordergrund. „Jeder kann mitmachen - der-Roboter muss weniger als ein Kilogramm wiegen und darf nicht größer als 50 Zentimeter auf 50 Zentimeter sein.“

Visionäre für saubere Energie

Die Welt ein Stück besser machen - das will die Zukunftsbastler-Bewegung, indem sie im Sinne des Open-Source-Gedankens auf frei verfügbarem Wissen weiter aufbaut.

Visionäre stellen neue Konzepte aus dem Bereich Ökologie und Nachhaltigkeit auf dem Festival vor. Wie zum Beispiel ein mobiles Solarkraftwerk (Foto) der Firma "Sunzilla", für den es einen kostenlosen Bauplan im Internet gibt.

Ein weiterer Workshop erkläre etwa, wie eine ökologische Kläranlage gebaut wird, sagt Veranstalter Martin Laarmann. „Dabei soll die Technik dahinter den Teilnehmern vermittelt werden.“

Elektro-Fitness auch für Faule

Ob Sportmuffel mit diesem Anzug schnell wie Antilopen werden? Ihre "Antelope"-Sportkleidung sei auch was für „die Faulen unter uns“, heißt es beim Start-Up "Wearable Life Science". 

Es stellt auf dem Festival Hosen und Shirts vor, die über Elektroden Impulse an die Muskeln geben. Das gibt’s in Fitnessstudios schon länger.

Doch die von der Firma entwickelten Klamotten (ca. 1250 €, jetzt vorbestellbar) seien die Ersten für Endkunden, so Pascal Mill (36) vom Start-Up. 

Das Training wird am besten in eine Sportart integriert. Aber: „Wer etwa oft Rückenschmerzen hat, kann das Oberteil im Büro unters Shirt anziehen.“

Ramona Weise

Ramona Weise

E-Mail:ramona.weise@tz.de

Google+

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Kommentare