Augenzeuge verhinderte Unglück

Er wollte diese Tankstelle in die Luft jagen

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Gerhard B. steht wegen Brandstiftung vor Gericht.

München - Es hätte in einer riesigen Tragödie enden können: Gerhard B. setzte in der Leopoldstraße zwei Zapfsäulen in Brand – danach sprang er vor ein Auto. Nun steht der 30-Jährige vor Gericht.

Er wollte ein Inferno anrichten und wurde in letzter Sekunde daran gehindert. Gerhard B. (30) steht seit Donnerstag wegen schwerer Brandstiftung vor Gericht. Am 7. Juli 2015 entzündete er an einer Tankstelle in der Leopoldstraße zwei Zapfhähne. Sein irrer Plan: Auch sich selbst wollte er offenbar in Brand stecken. Als der Versuch scheiterte, rannte der gebürtige Russe vor ein fahrendes Auto. Er überlebte und kann sich an nichts mehr erinnern.

„Ich weiß nur noch, wie ich auf einer Parkbank aufgewacht und Richtung Tankstelle gegangen bin“, erzählt B. auf der Anklagebank am Münchner Landgericht. An die anschließenden Ereignisse, die die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift zum Vortrag brachte, kann sich der Zerspanungsmechaniker nach eigener Aussage nicht mehr erinnern. Gerhard B. ist psychisch krank, er leidet an paranoider Schizophrenie, ist deshalb in einer Psychiatrie untergebracht.

Augenzeuge verhinderte Schlimmeres

In jener Nacht am 7. Juli wollte der Russe seinem Leben ein Ende bereiten. Gegen 23 Uhr steuerte er auf die Zapfsäulen der Aral-Tankstelle zu, steckte mit einem Feuerzeug nacheinander zwei Zapfhähne in Brand und legte sie zu Boden. Der ausströmende Treibstoff befeuerte die Flammen. Weil ein aufmerksamer Zeuge geistesgegenwärtig reagierte und den Notausschalter der Zapfsäulen drückte, breitete sich der Brand nicht weiter aus. Was wäre passiert, hätte der Mann nicht gehandelt? Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Tankstelle und angrenzende Gebäude durch das Feuer oder gar eine Explosion vollständig zerstört worden wären. Gerhard B. hätte nicht nur sich selbst töten, sondern gleich mehrere Menschen mit in den Tod reißen können.

Als B. realisierte, dass sein Suizidversuch scheiterte, rannte er auf die Leopoldstraße und warf sich mit einem Hechtsprung vor den Renault von Karim O. Durch ein Ausweichmanöver konnte er einen frontalen Zusammenprall verhindern, Gerhard B. krachte aber in die rechte Beifahrertür.

An der Tankstelle entstand ein Sachschaden von 700 Euro. Der Schaden an Karim O.s Auto – ein abgerissener Außenspiegel und mehrere Dellen in der Beifahrertür – beläuft sich auf rund 2000 Euro. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine dauerhafte Unterbringung für Gerhard B. Das Urteil soll am 22. März gefällt werden.

Johannes Heininger

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