Teures Schwabing

Wohnsinn! Dieser Blick kostet 3.600 Euro im Monat

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Wer einen Ausblick wie diesen will, muss tief in die Tasche greifen.

München - Beim Neubau-Projekt Schwabinger Tor werden Mieten bis zu 40 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Selbst bei Immobilien-Besitzern sorgen solche Preise für Kopfschütteln.

Allerdings gibt es Gründe für die Monster-Mieten. Penthouse-Traum über den Dächern von München – so lautet der Titel der Anzeige im Internet. Wohl eher ein Alptraum! 3660 Euro Miete für 92 Quadratmeter und zwei Zimmer an der Leopoldstraße 180. Kalt! An Nebenkosten kommen noch mal knapp 300 Euro hinzu. Klar, die Wohnung ist superschick, 13. Stockwerk, Dachterrasse, Einbauküche, Gäste-WC, etc. Aber: Wer soll das noch bezahlen?

„Der normale Münchner sicher nicht“, sagt Rudolf Stürzer, Chef des Haus- und Grundbesitzervereins. Der Anwalt glaubt zwar, dass es sich um Einzelfälle handelt. Gleichwohl: Im Neubau-Viertel werden noch weitere ähnlich hohe Preise aufgerufen. Was laut Stürzer nicht weiter verwunderlich ist – denn in München explodieren die Bodenpreise, die Kosten für den Wohnungsbau steigen. Das schlägt sich im Kaufpreis nieder. „Wenn ein Investor 20 000 Euro pro Quadratmeter ausgibt, muss der ja quasi schon 40 Euro Miete verlangen, um wenigstens ein bisschen Rendite zu bekommen“, sagt Stürzer. Fakt sei auch: Die Rendite ist in München im Vergleich aller deutschen Großstädte noch am geringsten.

Gekauft werden solche Wohnungen von ausländischen Investoren. „Die schauen auf den globalen Markt“, sagt Stürzer. „Und im Vergleich zu London, Bern oder Paris ist München noch sehr günstig.“ Dass die Mietpreise sich nun künftig generell in Richtung 40 Euro pro Quadratmeter bewegen, glaubt der Münchner Anwalt zwar nicht. „Aber der Trend geht zu Luxus-Wohnungen. Das treibt wiederum die Baupreise nach oben.“ Und auch solche Einzelfälle wie am Schwabinger Tor hätten irgendwann Einfluss auf die übrigen Mieten.

Scham di, Schwabing! Hier lesen Sie, welche Mega-Mieten wir neben dem Neubau-Projekt an der Leopoldstraße noch im Netz gefunden haben. Der reine Wohnsinn!

Schwabinger Tor

Richtig schöne Wohnungen – zu horrenden Preisen. Am Schwabinger Tor entsteht ein neues Viertel auf 4,2 Hektar. Geplant ist unter anderem ein 14-geschossiges Hotel mit rund 320 Zimmern. In den übrigen Bauten sind 270 Wohnungen und knapp 20 000 Quadratmeter Büroflächen vorgesehen. Die neuen Mieter sollen aus unterschiedlichen Einkommensschichten kommen – eben auch aus höheren. Für diese 92-Quadratmeter-Dachgeschoss-Wohnung (Fotos) werden 3660 Euro Miete aufgerufen. Da bleibt der normale Münchner auf der Strecke!

Petra-Kelly-Straße

Auch hier langen die Vermieter kräftig hin! Für eine „Exklusive City-Wohnung mit Top-Ausstattung in ruhiger Bestlage“ werden mehr als 25 Euro pro Quadratmeter aufgerufen: 1590 Euro Kaltmiete für zwei Zimmer und 63 Quadratmeter. Das Neubau-Ensemble im Westen Schwabings ist als zukunftsweisendes Wohnprojekt für Familien, Pärchen und Singles errichtet worden. Zwar gibt es hier auch günstige Mieten – aber eben auch Luxus-Varianten, die sich Normal-Verdiener nicht leisten können.

Kaulbachstraße

Nicht nur am Schwabinger Tor explodieren die Mietpreise – das ganze Viertel wird immer mehr zur Nobel-Meile. Nächstes Beispiel gefällig? Für einen – wie es in der Internet-Annonce heißt – „anspruchsvollen Neubau“ muss man tief in die Tasche greifen. 3490 Euro Kaltmiete für drei Zimmer, verteilt auf 131 Quadratmeter – inklusive Glasdusche, Luxus-Einbauküche, Fußbodenheizung. 27 Euro pro Quadratmeter! „Die Leute werden dort natürlich nicht Schlange stehen“, meint Rudolf Stürzer. „Aber die Wohnungen bekommt man los.“

Münchens wahrer Mietspiegel

Auf unserem Online-Portal haben wir bereits dank Ihrer Mithilfe über eine Umfrage Münchens wahren Mietspiegel erarbeitet.

Sascha Karowski

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