Verein bittet dennoch um Unterstützung

Reptilienauffangstation: Insolvenz abgewendet - vorerst

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München - Seit Anfang Dezember sah es so aus, als stünde die Auffangstation für Reptilien in München vor dem Aus. Jetzt gibt es gute Neuigkeiten.

Anfang Dezember vergangenen Jahres wurde im Bayerischen Landtag bekannt, dass das Bauvorhaben der Auffangstation für Reptilien in München im Nachtragshaushalt für 2016 – anders als zunächst geplant – keine Rolle spielen wird. Den Verein brachte diese neue Situation in finanzielle Bedrängnis. Nun scheinen die Reptilienschützer die Gefahr einer Insolvenz mithilfe verschiedener Maßnahmen bis auf weiteres gebannt zu haben. Das zumindest teilt der verein am Freitag mit.

„Wir waren auf Ermunterung des zuständigen Ministeriums hin Verpflichtungen eingegangen, die uns dann nach der Absage des Landtags auf die Füße zu fallen drohten“, rekapituliert Stationsleiter Markus Baur den Sachverhalt in einer Mitteilung, die am Freitag versandt wurde. „Wir werden uns in Zukunft diesbezüglich auf jeden Fall vorsichtiger verhalten. An unserer Gesprächsbereitschaft gegenüber dem bayerischen Landtag sowie dem Umweltministerium hat sich nichts geändert. Wir würden es auch weiterhin sehr begrüßen und uns wünschen, das Projekt gemeinsam mit dem Freistaat Bayern zu einem positiven Abschluss bringen zu können.“

Um eine Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden, setzt der Verein jetzt auf eine Kombination aus Teilzahlungen, Umterminierungen und alternativen Einnahmequellen. Auch einige Sanierungsarbeiten in den bestehenden Räumlichkeiten, die für 2016 geplant waren, werden jetzt vertagt. 

Zum Glück habe man in dem Grundstücksnachbarn, dem Tierschutzverein Freising, einen sehr verständnisvollen und kooperationswilligen Partner für das Bauprojekt gefunden, betont Baur in diesem Zusammenhang, „Bei der gemeinsamen Grundstückszufahrt gibt es nun leider kein Zurück mehr, die muss gebaut und bezahlt werden. Aber die Strom- und Wasserleitungen sowie die Abwasserpumpen, die bei der Erschließung für unseren Bau zuletzt noch vorgesehen waren, werden nun doch nicht gelegt werden. Eine seinerzeit vom Ministerium noch begrüßte Kostenersparnis von rund 300.000 Euro sei damit allerdings hinfällig, so Baur.

Des Weiteren wird die Reptilienauffangstation in den kommenden Wochen und Monaten in der lokalen Bevölkerung verstärkt um Unterstützung bitten. „Wenn jeder Einwohner Münchens heute nur Zehn Cent spenden würde, wäre unser Problem morgen auf einen Schlag gelöst“, rechnet Baur vor. Ein guter Anfang dafür ist schon getan: Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, hat der Auffangstation eine finanzielle Hilfe in Höhe von 50.000 Euro zugesagt, falls die Bayerische Staatsregierung den Restbetrag doch noch beisteuern sollte.

pm/mm/tz

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