Schwabing

Tijuana Bar an der Leo: Ärger wegen Schwarzbau 

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Trotz Palmen gut sichtbar ist der große Außenbereich der Tijuana-Bar an der Leopoldstraße.

München - Schon seit Jahren stehen vor der Tijuana Bar an der Leopoldstraße Pavillons. Genehmigt waren die allerdings nie. Jetzt bemüht sich der Betreiber um eine nachträgliche Legalisierung seiner Terrasse.

Vermutlich jeder Gastronom in München kann ein Lied von den baurechtlichen Auflagen der Stadt für Restaurant und Bars singen. Da gibt es Vorschriften für die Breite von Fluchtwegen, für die Anzahl der Toiletten und für die Optik von Außenwerbung. Eigentlich ist es unvorstellbar, dass bei einem so dichten Regelwerk Verstöße längere Zeit ungeahndet bleiben. Dass es aber trotzdem möglich ist, zeigt jetzt ein Fall aus Schwabing.

In der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses Schwabing Freimann wurde den Stadtteilpolitikern ein Bauantrag zur Prüfung vorgelegt. Darin ausgeführt sind Pläne zur „Errichtung eines Wirtsgartens und eines Straßencafés“ an der Leopoldstraße 13, der Tijuna Bar. Die hat allerdings schon einen ziemlich auffälligen Außenbereich, und das auch schon seit mehreren Jahren. Doch genehmigt waren die großen Zelte vor der Tex-Mex Bar nie.

Den Stadtteilpolitikern sind die Pavillons schon länger ein Dorn im Auge. Bereits vor rund acht Jahren habe man nach einer Begehung der Leopoldstraße die Außenanlage zum ersten Mal moniert, erklärt BA-Vorsitzender Werner Lederer-Piloty (SPD). Und auch das zuständige Referat für Stadtplanung und Bauordnung bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung, dass der Schwarzbau an der U-Bahnhaltestelle Giselastraße den Behörden bekannt sei. „Schon seit einigen Jahren bemüht sich die Lokalbaukommission, die widerrechtlich nicht genehmigte Nutzung zu unterbinden und insbesondere die Zelte beseitigen zu lassen“, teilte ein Sprecher mit.

Im Falle von ungenehmigten Bauten versuche man zunächst gemeinsam mit den Betreibern eine Lösung zu finden, heißt es beim Planungsreferat. Danach folge dann „ein gestuftes Eskalationsverfahren“. Das könne sich mit allen nötigen Prüfschritten auch schon einmal über längere Zeiträume hinziehen.

Im Falle der Tijuana-Bar kommt außerdem hinzu, dass der ursprünglich Verantwortliche schon länger nicht mehr für das Lokal zuständig ist. Seitdem der Zelte aufgestellt wurden, gab es mehrere Pächterwechsel. Im Jahr 2011 erließ die Stadt eine sogenannte Beseitigungsverfügung. Der damalige Betreiber legte Rechtsmittel ein, der Vorgang zog sich weiter in die Länge.

Der neue Betreiber der Bar, der gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen war, scheint jetzt allerdings einzulenken. Seit Ende Februar dieses Jahres liegt der Lokalbaukommission eben jener Bauantrag vor, der auch im Bezirksausschuss besprochen wurde. So geht man nun auch beim Planungsreferat von einer „Mitwirkungsbereitschaft“ des Betreibers aus. Im BA hingegen stieß der Antrag trotzdem auf nur wenig Begeisterung. Die Pläne seien „so nicht lesbar“ urteilte Petra Piloty, Vorsitzende des Unterausschusses für Stadtplanung und Architektur. Das Gremium lehnte den Antrag mehrheitlich ab.

Die Entscheidung der Stadt über den Bauantrag steht noch aus, fest steht aber in jedem Fall, es wird sich etwas ändern müssen an der Leopoldstraße. Denn so wie der Außenbereich jetzt gestaltet sei, sei er nicht genehmigungsfähig, heißt es beim Planungsreferat.

Der Grund, auf dem der Schwarzbau steht, gehört übrigens dem Freistaat Bayern, genauer gesagt der Ludwig-Maximilians-Universität. Direkt neben der Tijuna-Bar befindet sich der sogenannte „Schweinchenbau“, das Fakultätsgebäude für Psychologie und Pädagogik. Ein Umstand, der zumindest beim zuständigen BA-Chef noch größere Verärgerung hervorruft als die unerlaubte Außenbewirtung: „Der eigentliche Skandal ist, dass der Freistaat als Eigentümeqr des Grundstücks einen Schwarzbau von so großer Hässlichkeit überhaupt zulässt“, so Lederer-Piloty.

Annika Schall

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