Petition der Altstadtfreunde gescheitert

Kein Kompromiss bei der Tierklinik

Bald Geschichte ist der sogenannte Mittelbau der Tiermedizinischen Fakultät an der Königinstraße, denn der Entwurf der Architekten sieht auf dem Campus eine Freifläche an der Stelle vor. Nur die ehemalige Bibliothek, der Torbogen und der sogenannte Schlangenbrunnen bleiben erhalten. 

München - Der Erhalt der Tierklinik ist vom Tisch. Gegen die Stimmen von SPD, Freien Wählern und Grünen hat die CSU-Mehrheit im Ausschuss für Wissenschaft und Kunst im Bayerischen Landtag einen Schutz der Gebäude am Englischen Garten abgelehnt.

Kultusminister Ludwig Spaenle und die CSU-Landtagsfraktion bleiben dabei: Die Gebäude auf dem Stammgelände der Tierärztlichen Fakultät werden abgerissen. Der Ausschuss für Wissenschaft und Kunst hat eine Petition der Altstadtfreunde München für den Erhalt der „denkmalwürdigen Gebäude der Tierklinik“ abgelehnt.

Auch Kompromiss der Opposition wurde abgelehnt

Die Simulation zeigt den neuen Campus mit Schlangenbrunnen. 

Auch einen Kompromissvorschlag von SPD, Freien Wählern und Grünen, nach dem der sogenannte Mittelbau an der Königinstraße erhalten werden sollte, lehnte die CSU-Mehrheit ab. Bestehen bleiben nur der Schlangenbrunnen, das historische Tor an der Veterinärstraße und die kleine Bibliothek. Auf dem Gelände soll die Fakultät für Physik entstehen.

Einer der Initiatoren der Petition, Florian Grüning von den Altstadtfreunden, zeigte sich nach der Abstimmung enttäuscht: „Das ist ein fatales Signal für den Denkmalschutz in Bayern, dass man mit der Abrissbirne durch Jugendstilbauten fegt.“ Die Altstadtfreunde sind eine Initiative, die sich für den Schutz historischer Bauten in der Stadt einsetzt.

Die historischen Gebäude der Tierklinik sollen weg. 

Vor allem die Art und Weise, wie die Petition abgelehnt wurde, ärgert Grüning. Es sei der „Sturheit einzelner“ zu verdanken, mit dem Entwurf der Architekten sei keiner – auch in der CSU-Fraktion – so richtig glücklich, davon ist Grüning überzeugt. Robert Brannekämper von der CSU rechtfertigte die Entscheidung seiner Fraktion: „Wir haben einen tragbaren Kompromiss gefunden“, sagte er am Mittwochmorgen vor dem Wissenschaftsausschuss. „Wir haben rausgeholt, dass wenigstens die Bibliothek erhalten bleibt.“

Man will nicht nochmal umplanen

Bald Geschichte ist der sogenannte Mittelbau der Tiermedizinischen Fakultät an der Königinstraße, denn der Entwurf der Architekten sieht auf dem Campus eine Freifläche an der Stelle vor. Nur die ehemalige Bibliothek, der Torbogen und der sogenannte Schlangenbrunnen bleiben erhalten. 

Der SPD, den Freien Wählern und den Grünen reicht das nicht: Von einem „Kleinsterfolg“ sprach Isabell Zacharias. Georg Rosenthal sagte, man sei „extrem unzufrieden“ (beide SPD). Auch der Ausschussvorsitzende Michael Piazolo (Freie Wähler) sieht den Entwurf als unzulänglich. „Es ist nicht alles erhaltenswert“, sagt er, „aber der Mittelbau würde sich gut in das bisherige Konzept der neuen Fakultät für Physik eingliedern und würde auch den Bau nicht verzögern.“ Piazolo schlug deshalb vor, die Petition der Altstadtfreunde zu „würdigen“, und zu prüfen, ob der Mittelbau nicht erhalten werden könne.

Diesen Vorschlag wies die CSU als unmöglich zurück. „Wenn wir jetzt noch mal umplanen, können wir den ganzen Entwurf in die Tonne treten“ Das wolle man der Fakultät für Physik nicht zumuten, sagte Brannekämper.

Die CSU begründet die Ablehnung des Kompromissvorschlags damit, dass ein Erhalt des Mittelbaus nicht mit den Bedürfnissen der Fakultät für Physik vereinbar sei. Dabei ist an der Stelle, wo das Gebäude heute steht, eine Freifläche geplant. Auf Nachfrage heißt es aus dem Staatsministerium, die Isarhangkante würde dadurch „erlebbar“ gemacht.

Altstadtfreunde wollen weiter kämpfen

Es sei eine „absurde Diskussion“, sagt Grüning von den Altstadtfreunden. „Es gibt dort keinen Bedarf an Grünflächen.“ Mit dem Englischen Garten sei eine riesige Grünfläche gleich ums Eck. Wie es jetzt weitergeht, weiß Grüning noch nicht, fest steht nur: “Wir machen weiter”, sagt er. “Wir werden alles prüfen und glauben fest daran, dass es einen Weg gibt.”

Caspar von Au

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