Verhängnisvolle Kettenreaktion

Chaosfahrt mit U6: So kam es zur Mega-Panne

+
Betroffene Fahrgäste auf dem Weg in die Allianz Arena - direkt neben den Gleisen.

München - Eine vollbesetzte U-Bahn ist bei glühender Hitze zwischen der Studentenstadt und Freimann stehengeblieben - die Fahrgäste öffneten die Türen eigenmächtig. Ein MVG-Sprecher erklärt die Panne.

Auf dem Weg in die Allianz-Arena zum Spiel des FC Bayern gegen Manchester City sind am Mittwochabend zwischen Studentenstadt und Freimann rund 1000 Fahrgäste in der U6 eingeschlossen worden. Insgesamt waren drei volle Züge involviert. Sie standen in der prallen Hitze, dass die Fenster beschlugen und die Temperatur so anstieg, dass sie unerträglich wurde. Gefühlte 50 Grad in den Wägen – wie in der finnischen Sauna. Die Belüftungsanlage lief nicht mehr.

Daraufhin wussten sich die Fußballfans nicht anders zu helfen, als die Türen per Notöffnung aufzudrücken! FC-Bayern-Fan Markus Kuntke (46) berichtet: „Es gab einen Schlag und dann haben alle gejubelt! Luft!“

Was war passiert?

MVG-Sprecher Matthias Korte erklärt die Mega-Panne: Das Chaos begann offenbar mit einer alltäglichen Fahrzeugstörung. "Zwischen Innenstadt und Allianz Arena musste ein Zug abgestellt werden", erklärt Korte. Der besagte Zug war voll mit Fußballfans. "Im U-Bahnhof Kieferngarten haben wir den Zug ausrangiert, die Menschen konnten dort eigentlich ganz normal aussteigen", sagt Korte. "Offenbar sind einige Fahrgäste aber nicht - wie vorgesehen - über den Bahnsteig ausgestiegen, sondern über die Gleise gleich in Richtung Arena losgezogen." Sind Personen im Gleis, bestehe wegen der Stromschienen sofort Lebensgefahr, erläutert Korte. "Darum wurde sofort der Strom abgeschaltet". Und das löste eine verhängnisvolle Kettenreaktion aus. 

Betroffen sind jetzt nämlich auch die nachfolgenden U-Bahnen. Weil der Strom weg ist, muss der nächste Zug kurz vor Freimann halten. "Fahrgäste haben hier dann die Türen notentriegelt und den Zug verlassen", sagt Korte. "Wieder waren Personen im Gleis." Der MVG-Sprecher betont: "Jetzt waren auf einmal sehr viele Menschen im Gleisbereich." Einsatzkräfte mussten ausrücken und die Gleise absuchen.

Auch die Belüftungsanlage brachte keine Abkühlung

Hohe Außentemperaturen, Hunderte Menschen in den Zügen - zum Glück gibt es eine Belüftungsanlage in den Zügen. Oder? "Die Belüftungsanlagen funktionieren natürlich mit Strom - und der war weg", sagt Korte von der MVG. 

Zu guter Letzt musste laut MVG auch noch ein weiterer Nachfolgezug evakuiert werden, da wegen der Stromabschaltung auch hier nichts mehr voranging. Hier kam es aber offenbar zu keinen nennenswerten Pannen.

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

Kommentare