Fahrt zur Arena

Hitze-Chaos in U6: MVG gibt Fußballfans Schuld an Panne

München - Eine vollbesetzte U-Bahn ist bei glühender Hitze zwischen der Studentenstadt und Freimann stehengeblieben - Fahrgäste gerieten in Panik. Die Antwort der MVG ist gepfeffert.

Wer hat Schuld am U6-Chaos gestern Abend? Die MVG jedenfalls scheint die Frage für sich beantwortet zu haben. Auf Facebook äußert sich das Unternehmen: "Hier haben sich viele Leute leichtsinnig in Gefahr begeben, zum Glück gab es keine Verletzten!" Und weiter: "Das anschließende Chaos haben Fußballfans verursacht, die dort vom Bahnsteig aus in die Gleise gestiegen sind!"

Mit einem defekten Zug fängt alles an

Begonnen hatte alles mit einem defekten Zug, der gegen 20 Uhr aus der Innenstadt in Richtung Arena fuhr. Wegen einer technischen Störung musste das Fahrzeug am Bahnhof Kieferngarten gestoppt werden. Dort verließen die Fahrgäste den Zug. Einige sprangen vom Bahnsteig in die Gleise um den Weg zur Arena zu Fuß fortzusetzen. Die MVG schaltet auf dem Streckenabschnitt den Strom ab - mit Folgen für die nachfolgenden Bahnen. Die MVG im Wortlaut:

"Ursache für das anschließende Chaos war das Verhalten einiger unvernünftiger Fußballfans. Sie sprangen im Bahnhof Kieferngarten vom Bahnsteig aus verbotenerweise in den Gleisbereich, um ihren Weg Richtung Arena fortzusetzen. Für sie bestand damit eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben. Die MVG hatte daher keine andere Wahl als unverzüglich den Zugverkehr anzuhalten und den Streckenabschnitt stromlos zu schalten."

Bei Twitter hatte es schon während des Vorfalls Reaktionen von betroffenen Fahrgästen gegeben:

Zeitweise befanden sich mehrere hundert Fahrgäste im Gleisbereich. Einige mussten von Rettungskräfte wegen Kreislaufschwächen behandelt werden. Ein Fahrgast zog sich beim Übersteigen eines Zaunes eine Schnittwunde an der Hand zu." Selbstverständlich hat eine sofortige Fahrgastinformation in Fällen größerer Betriebsstörungen oberste Priorität", heißt es weiter in der Stellungnahme.

Augenzeugen berichten: Es gab keine Durchsagen!

Die MVG gehe deshalb Hinweisen nach, wonach die Fahrer der beiden betroffenen Züge ihre Fahrgäste nicht informiert hätten. "Einer von beiden konnte zwischenzeitlich bereits befragt werden. Er gibt an, Durchsagen getätigt und die Fahrgäste in diesem Rahmen auch aufgefordert zu haben, den Zug auf freier Strecke nicht zu verlassen", lässt die MVG verlauten.

Die MVG bedauere den Vorfall, dennoch bleiben die Verantwortlichen dabei: Die Fans hätten die Züge nicht eigenmächtig verlassen dürfen. Im Gleisbereich "besteht sowohl durch Zugverkehr als auch durch die Stromschiene akute Lebensgefahr".

Warum wurden die Türen nicht geöffnet?

Hierzu schreibt die MVG auf ihrer Facebook-Seite: "Der Fahrer ist seiner Aufsichtspflicht nachgekommen. Er darf die Türen nicht öffnen, solange kein Sicherheitspersonal zur Evakuierung vor Ort ist."

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