Tauziehen um Busroute

Ackermannbogen: MVG-Anschluss immer noch unklar

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Das Wohngebiet am Ackermannbogen in Schwabing-West.

München - Das neue Wohnquartier in Schwabing wird heuer endgültig fertig, doch der MVG-Anschluss steht nach wie vor nicht fest

Jedes Jahr um diese Zeit bereitet die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) den Mitgliedern des Bezirksausschusses (BA) Schwabing-West Kopfzerbrechen. Da sind zum einen die Wünsche der Schwabinger in puncto gute Verkehrsanbindung – und da ist zum anderen das geplante Leistungsprogramm der MVG für das kommende Jahr.

Eine besondere Herausforderung dabei ist, dass das neue Wohnquartier am Ackermannbogen heuer endgültig fertig wird. Eine Lösung, wie der Norden des Viertels mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen werden soll, gibt es aber noch nicht. Dass dafür der Metrobus 59 eine neue Route bekommt, steht zwar bereits fest. „Sobald die Quartiersmitte fertiggestellt und für Busse befahrbar ist, wird der 59er-Bus eine neue Endhaltestelle am zentralen Platz bekommen“, so MVG- Sprecher Matthias Korte.

Für die Mitglieder des Bezirksausschusses ist dies allerdings nur die halbe Miete. Seit Jahren drängen sie auf eine bessere Anbindung des nördlichen Teils des Ackermannbogens. Allerdings befindet sich die MVG noch immer in der Prüfphase für mögliche Varianten, was die Fraktionen entsetzte. Auch ein betroffener Anwohner betonte: „Wichtig ist, dass die Prüfung endlich zum Abschluss kommt.“ Die Schwabinger sind offensichtlich langsam genervt von der Verzögerung.

Welche Variante zu bevorzugen wäre, darüber gehen die Meinungen auseinander. Einigkeit herrscht wohl darüber, dass eine Buslinie vom Scheidplatz durch die Karl-Theodor- und Ackermannstraße via Schwere-Reiter-Straße zum Leonrodplatz nicht die ideale Lösung darstellen würde. Den Vorschlag der MVG, eine neue Linie vom Scheidplatz zum Spiridon-Louis-Ring fahren zu lassen, welche dann wie der Tollwood-Bus durch den Olympiapark und ab der Dachauer Straße weiter zum Rotkreuzplatz geführt werden könnte, findet ein Gros der Lokalpolitiker besser. „Wir bevorzugen diese Variante, weil die Anbindung für die meisten Menschen attraktiver ist“, so Regina Bruder (Grüne).

Der Vorsitzende des Bezirksausschusses, Walter Klein (SPD), brachte indes noch eine weitere Variante ins Spiel. Die MVG solle prüfen, ob nicht ein Kleinbus von der Therese-Studer-Straße über die Ackermann- und Elisabeth-Kohn-Straße zur Endhaltestelle des Busses 59 fahren könne. Danach solle dieser über den Stadtplatz zur Schwere-Reiter-Straße zur Kreuzung Ackermann-/Schwere-Reiter-/Infanteriestraße fahren. Dort gebe es die Anbindung an den Bus 53 und die Tram 12.

Klein plädierte dabei für einen Zehn-Minuten-Takt. Dies sei auch kostengünstiger als die beiden von der MVG vorgeschlagenen Varianten. Diese will nun alle drei Routen nochmals prüfen und sie dann dem Stadtrat zur Entscheidung vorlegen. Mit einer Umsetzung ist nach Auskunft der MVG frühestens im Laufe des Jahres 2017 zu rechnen.

Margot Deny

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