Diskussion um die Hopfenbuche

Allergie-Bäume ärgern Schwabinger

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Werden trotz Klagen bleiben: 18 Hopfenbuchen wurden an der Petra-Kelly-Straße am Ackermannbogen gepflanzt.

München - Sollen am Ackermannbogen gepflanzte Bäume wieder entfernt werden, weil sie ein Problem für Allergiker sind? Das beantragt eine Schwabingerin im Bezirksausschuss.

Kaum schlagen im Frühjahr die Bäume und Sträucher aus, reagiert ein Teil der Bevölkerung auf Pollen: mit Niesattacken, laufender Nase, juckenden Augen und schlimmstenfalls mit Asthmaanfällen. Eine der vielen Leidtragenden wohnt im Schwabinger Neubaugebiet am Ackermannbogen. Sie wandte sich jetzt mit einem ungewöhnlichen Antrag an den örtlichen Bezirksausschuss. Man möge zum einen keine weiteren Hopfenbuchen auf dem Stadtplatz pflanzen und zum anderen die bereits gepflanzten aus der Petra-Kelly-Straße wieder entfernen. Zur Begründung nannte die Frau das hochallergene Potenzial der Pflanze. Für Pollenallergiker sei dies nicht zumutbar. Außerdem wohnten rund 100 Kinder an der Petra-Kelly-Straße, deren Lernfähigkeit, so sie an Allergien leiden, stark beeinträchtigt würde.

Die Mitglieder des Bezirksausschusses zeigten für den Antrag der Bürgerin zunächst einmal Verständnis. Harald Damskis (Grüne), der Vorsitzende des Unterausschusses Umwelt und Verkehr, verwies in diesem Zusammenhang auf die Stadt Meran, welche die Einschätzung der Antragsstellerin teile und deshalb auf die Neupflanzung von Hopfenbuchen verzichte. Tatsächlich findet sich in den Richtlinien der Stadt Meran eine Auflistung von Stadtbäumen, nach der man der Hopfenbuche eine große Bedeutung als Allergieauslöser beimisst, übertroffen einzig von der Birke.

Baureferat: Sehr gut als Stadtbaum geeignet

Ganz anders sieht dies allerdings die Stadt München. Wie Pressesprecherin Dagmar Rümenapf ausführt, sei man sich natürlich auch im Baureferat der Problematik der Pollenallergien bewusst. Diese fließe als eines der Kriterien in die Entscheidung über die Auswahl der Baum- und Straucharten ein, die in der Stadt gepflanzt werden. Jedoch: „Die Hopfenbuche zählt, wie die nahe verwandte einheimische und überall häufig vorkommende Hainbuche, nicht zu den stark allergenen Pflanzen,“ so die Meinung des Baureferats. Vielmehr sei der Baum mit dem botanischen Namen Ostrya carpinifolia aufgrund seiner „Hitze- und Trockenheitstoleranz und im Hinblick auf den Klimawandel mit heißeren, trockeneren Sommern sowie insgesamt extremeren Bedingungen sehr gut als Straßenbaum geeignet.“

Der Bezirksausschuss-Vorsitzende Walter Klein (SPD) wies darauf hin, dass es angesichts der Klimaerwärmung für das Baureferat immer schwieriger werde, geeignete Bäume für die Stadtbepflanzung zu finden. „Plastikbäume“ wolle man ja auch nicht, ergänzte Regina Bruder (Grüne). Somit sind sich der Bezirksausschuss und das Baureferat einig: Die 18 gepflanzten Hopfenbuchen an der Petra-Kelly-Straße bleiben. Ein möglicher Trost für die Antragsstellerin: An der benachbarten Adams-Lehmann-Straße wurde eine dornenlose Sorte der Gleditschie und in der Lissi-Kaeser-Straße Ungarische Eichen gepflanzt. Am Stadtplatz sind Robinien vorgesehen.

Margot Deny

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