Bürgerversammlung

Elisabethmarkt: Schwabinger lehnen Pläne der Stadt ab

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Beliebte Standl: Doch die mehr als 100 Jahre alten Bauten am Elisabethmarkt sollen abgerissen werden.

München - Die Gegner des geplanten Abrisses der über 100 Jahre alten Standl am Schwabinger Elisabethmarkt machen weiter mobil. Das zeigte sich eindrucksvoll auf der Bürgerversammlung am vergangenen Donnerstagabend.

Bis zu einer halben Stunde nach Beginn der Veranstaltung drängten Menschen in die Kreuzkirche. Die Stadtverwaltung hatte vorgesorgt: Da im vergangenen Jahr der Albert-Lempp-Saal schon beengt war und man wegen der brisanten Thematik mit deutlich mehr Bürgerbeteiligung rechnete, hatte man die Bürgerversammlung in die Kirche verlegt. Ein Umstand, der die Moderatorin des Abends, Stadträtin Evelyne Menges (CSU) gleich eingangs prophezeien ließ: „Heute müssen wir uns alle warm anziehen.“

Tatsächlich zwang die eisige Kälte des Gotteshauses im Laufe des 3,5 Stunden dauernden Abends über die Hälfte der Anwesenden in die Knie. Sie gingen noch vor Abstimmung der Anträge.

Ausnahme für Bauherr Sparkasse?

Auf ganz andere Art „warm anziehen“ mussten sich die anwesenden Politiker und Vertreter der Stadtverwaltung. Vor allem das Bauvorhaben der Stadtsparkasse direkt am Elisabethmarkt ist den Bürgern ein Dorn im Auge. So beantragte Sibylle Anger eine Offenlegung dessen, was die Stadtsparkasse genau vorhat. Es bestünde der Verdacht, dass dieser Bauherr auf Kosten des Elisabethmarktes maximales Baurecht erlange. Auch Ursula Hotopp-Stadler verlangte eine Klärung und Benennung der Gründe, warum zugunsten der Sparkasse eine Ausnahme gemacht werde. Konkret geht es um die geplante Feuerwehrzufahrt, die offenbar über den heutigen Grund des Marktes entstehen soll. Auch dass die Anwohner der neuen Sparkasse-Wohnungen unter dem Markt Tiefgaragenplätze erhalten sollen, wollte den Bürgern nicht einleuchten. So verlangte Gabriele Meros unter Applaus, die Stadtsparkasse solle ihre Tiefgarage auf ihrem eigenen Grund bauen.

Bürger wollen historische Marktstände erhalten

Gleichzeitig fühlten sich die Anwesenden von den Politikern übergangen. Da nützte es auch nichts, dass Kommunalreferent und Markthallen-Chef Axel Markwardt auf eine Infoveranstaltung für Bürger und zahlreiche Bezirksausschusssitzungen verwies. Dem „money, money, money“ der Abriss-Gegner hielt er ein „Wohnungen, Wohnungen, Wohnungen“ entgegen. „Man kann der Sparkasse nicht vorwerfen, dass sie gut 200 Wohnungen baut“, argumentierte er für die bisherige Planung.

Die Bürger überzeugte dies nicht. Mit deutlicher Mehrheit wurden alle Anträge, die den Erhalt der historischen Marktstände forderten, angenommen.

Margot Deny

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