Euroboden und Stadtwerke

Infanteriestraße: Verwirrung um Pläne für Neubebauungen

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So könnte es an der Infanteriestraße künftig aussehen – ginge es nach Euroboden-Chef Stefan Höglmaier.

München - Das Unternehmen Euroboden entwirft für die Infanteriestraße über Grundstücksgrenzen hinweg Neubauten. Andere Eigentümer sind irritiert.

Einen ganzen Straßenzug bebauen, das geht nur selten. In der Regel gehören die Grundstücke mehreren Eigentümern mit unterschiedlichen Interessen und ebenso unterschiedlichen Vorstellungen von einer guten Bebauung. Stefan F. Höglmaier, Geschäftsführer der Firma Euroboden GmbH, wagt an der Infanteriestraße dennoch die Planung im großen Stil.

Das Unternehmen plant einen Neubau auf dem Grundstück der ehemaligen Hochschule für Design an der Infanteriestraße 14, dessen neue Eigentümerin Euroboden ist. Nachdem die Stadtwerke München und die Stadibau GmbH die Nachbargrundstücke bebauen wollen, hat die Firma Euroboden GmbH einen Gesamtplan für alle drei Grundstücke vorgelegt. Dieser wurde in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses Schwabing-West der Öffentlichkeit vorgestellt – sehr zur Überraschung der anderen Eigentümer.

Gemeinsame Planung statt Einzelbebauung

Konkret geht es um die Infanteriestraße 12 bis 14, also den Bereich zwischen Kathi-Kobus- und Barbarastraße. Nachdem hier sowieso die halbe Straßenseite abgerissen werde, habe man die Möglichkeit „von der einen zur anderen Straßenecke zu bauen“, so Höglmaier. Hier könnten drei Mehrfamilienhäuser entstehen: 100 neue Wohnungen auf dem Grundstück der Firma Euroboden, 56 auf dem Grund der Stadtwerke und 24 in dem Neubau der Stadibau GmbH, einer hundertprozentigen Tochter des Freistaates. Würde jeder einzeln bauen, so seien es deutlich weniger Wohnungen, argumentiert Höglmaier. Außerdem halte er eine städtebauliche Gesamtlösung in jedem Fall für die bessere. Gebäudehöhe, Fassaden- und Dachgestaltung könnten so optimal an die Umgebung angepasst werden. Auch wäre es so möglich, den Zeitplan der Bebauung auf den Grundstücken sinnvoll zu koordinieren. Soll heißen, dass Mieter, die im bestehenden Gebäude der Stadibau GmbH wohnen, während der Neubauphase ihres Hauses schon in die zuerst gebauten Wohnungen der Stadtwerke ziehen könnten.

Die Argumente Höglmaiers finden die Mitglieder des Schwabinger Bezirksausschusses durchaus überzeugend. Einstimmig votierten sie für den vorgelegten Vorbescheid, ohne jedoch die planungsrechtliche Zulässigkeit zu beurteilen. Dies sei Sache der Lokalbaukommission und auch von dieser zu klären.

Warum die Stadtwerke an eigenen Plänen festhalten

Eine klare Absage erteilen dagegen die Stadtwerke den Plänen der Euroboden GmbH. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte Pressesprecherin Bettina Hess, dass die Stadtwerke an ihrer eigenen Planung festhalten werden. Neben dem Heizwerk an der Kathi-Kobus-Straße entstünden auf dem Eckgrundstück an der Infanteriestraße 21 Werkswohnungen, die ausschließlich für Mitarbeiter der SWM vorgesehen seien. Eine Zwischenbelegung durch Mieter der Stadibau GmbH sei schon deshalb nicht möglich. „Im Untergrund des Grundstückes befinden sich in sehr dichter Lage Sparten für die Ver- und Entsorgung des Heizwerkes, sowie Anlagen für die Strom- und Erdgasversorgung“, erklärt Hess. Deswegen müsse man die Bebauung selbst planen. Außerdem habe man seitens der Stadtwerke einen klaren Zeitplan, der Baubeginn soll im Sommer 2017 erfolgen. Es sei zu befürchten, dass ein Neukonzept den Baustart verzögere und der „Wohnungsbauoffensive“ der SWM im Weg stehe. Es scheint, dass Stefan Höglmaier seine Planungen wieder auf sein eigenes Grundstück beschränken muss.

Margot Deny

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