An der Münchner Freiheit

Darum lacht München am Sonntag für drei Minuten

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Cornelia Leisch (M.) beim Lachtreff im Westpark.

München - "Hohohehehaha"! Lachen macht den Kopf frei, sagt Lachtrainerin Cornelia Leisch. Am Sonntag ist Weltlachtag. Dafür hat sie sich eine besondere Aktion an der Münchner Freiheit überlegt.

Etwa alle zwei Tage telefoniert Cornelia Leisch (55) mit Wildfremden. Und lacht einfach nur. Sie gibt die Anweisungen: Die Hand im Sitzen hochnehmen. Kräftig schütteln. Und losgackern. „Hohohehehaha!“

Die Planeggerin ist Trainerin für Lachyoga und Humor-Coach, leitet seit mehr als zehn Jahren samstags den Lachtreff im Westpark. 

Ihr neuestes Projekt ist ein kostenloser Lach-Notruf (0157/71624229). Wer gestresst, deprimiert oder antriebslos ist, kann sie anrufen. Und eine Minute mit ihr gemeinsam lachen. Rund 1800 Flyer mit der Telefonnummer hat die Planeggerin in der Region verteilt. Zeitlich passend zum kommenden Sonntag: Am 1. Mai ist Weltlachtag. 

Wie auch schon in den Vorjahren hat Leisch an diesem Tag zu einem Lach-Flashmob aufgerufen. Um 13 Uhr geht‘s mit Aufwärmübungen auf dem Forum an der Münchner Freiheit los. Um 14 Uhr gackern die Lachfans dann wie an vielen Stellen auf der Welt für drei Minuten los.

„Es geht darum, sich selbst zu überwinden“, sagt Leisch. Wer sich erst einmal auf das Lachen einlasse, merke schnell die positiven Nebeneffekte. Denn: „Wer lacht, denkt nicht mehr.“ Die Folgen seien ein freier Kopf und abgebauter Stress. Viele Krebspatienten, psychisch Kranke oder sehr ernste Menschen lassen sich von Leisch helfen.

Eins ist ihr wichtig: „Man braucht keine gute Laune, um zu lachen.“ Vielmehr würden die Teilnehmer körperlich so eingespannt, dass ihnen das Lachen leicht falle. Eine Gruppe, die Leisch besonders Sorgen macht, sind die Senioren in unserer Stadt. 

Neues Projekt für Senioren

„Wir steuern auf eine Masse von depressiven alten Menschen zu.“ Hauptgesprächsthemen seien oft Krankheiten und Sorgen. Für Lachen bleibe da wenig Platz. Deswegen hat die Lachtrainerin das Projekt „Oma lacht wieder!“ ins Leben gerufen.

Seit Anfang April bietet Leisch Lachrunden mit anschließenden Gesprächskreisen in verschiedenen Altenservicezentren der Stadt an. Die Teilnehmer bezahlen 3 bis 6 Euro pro Stunde an die Servicezentren. Den Rest des Projekts versucht Leisch über Spenden zu finanzieren.

So mancher braucht ein bisserl, bis er sich zum Draufloslachen überwinden kann. Ihre Tochter (24) und ihren Sohn (21) konnte Leisch bis jetzt noch nicht so recht für ihre Lachkurse begeistert. "Die fanden das früher schon immer eher peinlich", sagt die Planeggerin. Kein Grund für schlechte Laune: "Wir lachen trotzdem viel miteinander."

Ramona Weise

Ramona Weise

E-Mail:ramona.weise@tz.de

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